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Neu an der HNU: Be­ru­fun­gen im Som­mer­se­mes­ter 2020

22.05.2020, Köp­fe :

Für sie ist das Sommersemester 2020, das als herausforderndes Digitalsemester im Gedächtnis bleiben wird, ein wohl doppelt denkwürdiges: Die neuberufenen ProfessorInnen, die wir seit März an unserer Hochschule begrüßen dürfen, sind unter besonderen Umständen in ihre neue Berufung gestartet. 
In welchen Bereichen die neuen Gesichter unter den HNU-ProfessorInnen tätig sind, was sie auf den Berufsweg ProfessorIn gebracht hat und was es darüber hinaus noch Wissenswertes über sie gibt – das verraten uns einige von ihnen in den folgenden Interviews. Wir freuen uns über die kleinen Einblicke in Vita, Arbeit und Persönliches und heißen die neuen ProfessorInnen noch einmal herzlich an der HNU willkommen! 

Prof. Dr. Michaela Eßbach; Professorin für Wirtschaftspsychologie

PROF. DR. MICHAELA EßBACH

 

Prof. Dr. Tobias Krüger, Professor für Wirtschaftspsychologie

PROF. DR. TOBIAS KRÜGER

Prof. Dr. Judith Mantz, Professorin Physician Assistant

PROF. DR. JUDITH MANTZ

Prof. Dr. Anja Zenk, Professorin für Englisch/Leitung Sprachenzentrum

PROF. DR. ANJA ZENK

Prof. Dr. Michaela Eßbach
Professorin für Wirtschaftspsychologie 

Ver­ra­ten Sie uns et­was über Ih­ren bis­he­ri­gen Wer­de­gang? 

Mein Studium der Psychologie führte mich zuerst ins schöne Regensburg. Nach meinem Diplom in Psychologie verbrachte ich einige Jahre in Boulder, Colorado und habe dort zu einem Thema aus der Entscheidungspsychologie promoviert. Dabei habe ich mich mit der Frage beschäftigt, wie das Reflektieren über Entscheidungsprozesse unsere Entscheidungen verändern und womöglich verbessern kann. Nach meiner Rückkehr nach Deutschland war ich an der TU Dresden im Bereich der Sozialpsychologie in Lehre und Forschung tätig, bevor ich mich in den letzten Jahren bei der Studienstiftung, dem größten Begabtenförderwerk in Deutschland, im Bereich der Auswahl und Diagnostik von begabten Studierenden engagiert habe.

Was hat Sie ge­ra­de nach Neu-Ulm an die HNU ge­führt? 

Die Chance, den neuen Studiengang Wirtschaftspsychologie mitaufzubauen und dabei gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen das Angebot für die Studierenden mit vielen Ideen und Engagement zu gestalten. Dass die Region so viele Möglichkeiten für Praxiserfahrungen für Studierende, aber auch Kooperationen mit Unternehmen für angewandte Forschung bietet, hat mich ebenfalls überzeugt. Besonders wichtig war jedoch auch die freundliche und familiäre Atmosphäre, die mich letztlich an die HNU geführt hat. 

Wie wa­ren Ih­re ers­ten Mo­na­te an der HNU?

Meine ersten Monate an der HNU waren geprägt vom herzlichen Empfang seitens der vielen Kolleginnen und Kollegen, die mir bei Fragen und bei der ersten Orientierung an der HNU immer freundlich weiterhalfen. Auch der schnelle Einstieg in die Online-Lehre und der Umgang mit vielfältigen Tools, die dabei zum Einsatz kommen, sowie die Unterstützung der HNU hierbei, hat meine erste Zeit an der Hochschule bestimmt. Vor allem aber habe ich in den vergangenen Wochen und Monaten viele nette Kolleginnen und Kollegen via Online-Meetings und unseren ersten Jahrgang an Studierenden in der Wirtschaftspsychologie kennengelernt. Ich bin sehr begeistert von den bisherigen Erfahrungen und freue mich aber natürlich auch jetzt schon, Sie alle hoffentlich bald persönlich kennenzulernen!

Wes­halb sind Sie Pro­fes­so­rin ge­wor­den? 

Seit meiner Zeit als Doktorandin habe ich die Lehre und meine Rolle als Dozentin mit viel Freude ausgefüllt. Meine eigene Begeisterung für das Fach Psychologie und seine vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten versuche ich in meinen Lehrveranstaltungen den Studierenden mitzugeben. Darüber hinaus entwickle ich gerne mit Kolleginnen und Kollegen Forschungsideen – gerade die Psychologie, die versucht, das menschliche Verhalten und Erleben zu erklären, bietet hier viele Möglichkeiten der Forschung an angewandten Fragestellungen mit den unterschiedlichsten Fachdisziplinen.

Wo lie­gen Ih­re Lehr- und For­schungs­schwer­punk­te?

Mein Hauptinteresse liegt darin, menschliche Urteile, Einstellungen und Entscheidungen besser zu verstehen und durch geeignete Maßnahmen zu beeinflussen. Dabei interessiere ich mich derzeit vor allem für die Bedeutung von Blicken und Blickrichtungen im Bereich der nonverbalen Kommunikation und wie sich diese auf Einstellungen, also z.B. auf die Bewertung von Produkten oder Slogans auswirken. Ebenfalls gilt der Personalauswahl und im Speziellen den Methoden Interview und Test mein Interesse. In der Lehre liegen meine Schwerpunkte im Grundlagenbereich auf den sozialpsychologischen Inhalten, wie zum Beispiel Einstellungen und Einstellungsänderung, Personenwahrnehmung oder soziale Identität. Im Anwendungsbereich liegt mein Fokus vor allem auf der Organisationspsychologie und Verhandlungsführung.

Was kann man in Ih­ren Ver­an­stal­tun­gen ler­nen? 

In meiner aktuellen Vorlesung erhält man einen Überblick über das Fachgebiet der Psychologie. Meine Studierenden lernen dabei die Geschichte des Faches, die Bedeutung von empirischen Methoden, die Anwendungsfelder und die ganze Breite des Faches von Bio-, Lern-, Motivations-, bis hin zur Persönlichkeits- und Sozialpsychologie kennen. Und nebenbei machen die Studierenden auch gleich noch Erfahrungen mit einer eigenen kleinen Studie, dessen Thema sich die Studierenden selbst ausgesucht haben. Die Ergebnisse dazu werten wir gemeinsam aus.

PER­SÖN­LI­CHES

Wenn ich nicht gerade an der HNU lehre und forsche ...
... erkunde ich die Umgebung mit dem Fahrrad, gehe Klettern oder plane die nächste Reise.
Mein Fachgebiet in drei Worten:
... menschliches Verhalten verstehen
Die HNU ist:
... eine moderne internationale Business School und eine Hochschule, die mich sehr freundlich empfangen hat
Diesen Satz höre von meinen Studierenden am liebsten:
„Ich habe dazu noch eine Frage!“
Meine aktuelle Lektüre:
Good Habits, Bad Habits: The Science of Making Positive Changes That Stick von Wendy Wood.
Meine nächste Publikation wird ... 
... eine Untersuchung zur Bedeutung von Blicken und wie diese unsere Einstellungen verändern können

Prof. Dr. To­bi­as Krü­ger 

Prof. Dr. Tobias Krüger
Professor für Wirtschaftspsychologie

Ver­ra­ten Sie uns et­was über Ih­ren bis­he­ri­gen Wer­de­gang?

Studium der Psychologie an den Universitäten Heidelberg, Cornell (USA), und Melbourne (Australien) mit Abschluss Diplom-Psychologie. Anschließend Promotion (Dr. phil.) am Lehrstuhl für Sozialpsychologie der Uni Heidelberg zur Fragestellung wie der Kontext einer Konsumentenentscheidung deren Ergebnis beeinflusst.

Tätigkeiten für die Unternehmen Unilever und Bosch in den Bereichen Markt- und Nutzerforschung, Business Development und Strategie, sowie als Coach & Moderator für Design Thinking Projekte. Spannendste Aufgabe dabei: Mitaufbau eines Corporate Startups im Bereich der digitalen Mobilitätsdienstleistungen (Bündelung von vielen unterschiedlichen Shared Mobility Angeboten in nur einer einzigen App).

Seit Februar dieses Jahres nun Professor für Wirtschaftspsychologie an der HNU.

Was hat Sie ge­ra­de nach Neu-Ulm an die HNU ge­führt?

Ich hatte damals tatsächlich noch ein Angebot einer weiteren Hochschule vorliegen, habe mich hier also bewusst für die HNU entschieden. Die HNU hat einen sehr modernen Auftritt und ein klares wissenschaftliches & praxisorientiertes Profil, in das sich der Studiengang Wirtschaftspsychologie exzellent einfügt. Dass ich direkt zum 1. Semester des Studiengangs berufen wurde, sehe ich ebenfalls als großen Vorteil – hier können wir Dozierenden also noch ganz viel gemeinsam mit den Studierenden bewegen.

Wie wa­ren Ih­re ers­ten Mo­na­te an der HNU?

Mein allererstes Semester an der HNU habe ich mir natürlich anders vorgestellt. Aber ich denke, viele Menschen haben sich die jetzige Zeit anders vorgestellt – das betrifft sicherlich auch viele Studierende; gerade diejenigen, die jetzt ganz neu gestartet sind. Was mir persönlich in jedem Fall sehr geholfen hat, war der kollegiale Umgang an der Hochschule.

Meine Einschätzung ist, dass sich die HNU und auch die Hochschullandschaft allgemein sehr gut schlägt in der aktuellen Situation. Die digitale Lehre mit vertonten Vorlesungen, Zoom-Konferenzen, Hausaufgaben und kurzen Videos funktioniert den Umständen entsprechend doch eigentlich recht gut.

Nur bei den Prüfungen haben wir uns schwergetan. Das war für mich überraschend. Ich finde es schade, dass so viele rechtliche Rahmenbedingungen manchem, was in einer solchen Ausnahmesituation vielleicht als sinnvoll erscheint, dann ganz schnell einen Strich durch die Rechnung machen.

Wes­halb sind Sie Pro­fes­sor ge­wor­den?

Mich hat die akademische Arbeit schon immer begeistert – hier hat man wirklich die Zeit, den Themen auf den Grund zu gehen. Ich finde viele psychologische Themen einfach unglaublich spannend und es freut mich, dass es nun wieder meine berufliche Aufgabe ist, mich tief mit dieser Materie auseinander zu setzen.

Außerdem bin ich davon überzeugt, dass es wenig Berufe gibt, in denen man seine Tätigkeit so selbständig gestalten kann wie an der Hochschule – ein ganz klares Plus!

Wo lie­gen Ih­re Lehr- und For­schungs­schwer­punk­te? 

In meiner Forschung geht es vor allem darum, wie der Kontext einer Entscheidung das Ergebnis beeinflusst und welche Prozesse dem letztendlich zugrunde liegen. Konkret habe ich untersucht, wie sich Aufmerksamkeitsprozesse bei der Evaluation von Produkten abspielen, und wie das eigene Produkt als attraktiver wahrgenommen wird, je nachdem, welche anderen Produkte noch zur Wahl stehen. Ich bin überzeugt davon, dass man mit einem soliden Verständnis solcher Entscheidungsprozesse auch viele alltägliche Entscheidungen transparenter und gerechter gestalten kann (z.B. bei der Organspende oder bei medizinischen Eingriffen).

In der Lehre interessiere ich mich natürlich noch für deutlich mehr Themen. Die Stärke der Psychologie ist für mich u.a. darin begründet, dass alltägliche Phänomene auf Basis eines tiefen Verständnisses der Biologie und der kognitiven Architektur des Menschen erklärt werden können. Das schafft natürlich sehr belastbare Einsichten in das menschliche Verhalten und Erleben – genau das versuche ich in der Lehre zu vermitteln.

Was kann man in Ih­ren Ver­an­stal­tun­gen ler­nen?

Mich freut es immer sehr zu sehen, wenn Studierende nicht nur einen Inhalt nachvollziehen können, sondern eine Art und Weise des Denkens verinnerlichen. Da hat jedes Fach, aber sicherlich auch jeder Dozent noch einmal seinen ganz eigenen Stil, der in der Lehre gewisser Maßen en passant vermittelt wird. Das sind die Dinge, die man dann später nicht einfach im Buch nachschlagen kann; die Dinge, die einem hoffentlich lebenslang als Werkzeug zur Verfügung stehen.

Ich selbst habe dahingehend sehr von meinem Doktorvater profitiert, der wirklich eine Inspiration im kritischen Denken ist. Solche metakognitiven Fähigkeiten sind gerade in der heutigen Zeit das Wichtigste, was man vom Studium mitnehmen kann.

PER­SÖN­LI­CHES 

Wenn ich nicht gerade an der HNU lehre und forsche ...
... mache ich Musik! Ich nehme mir vor, jeden Tag zumindest kurz Klavier zu spielen.
Mein Fachgebiet in drei Worten:
... Menschen, Entscheidungen, Denkprozesse
Die HNU ist:
... meine neue akademische Heimat
Diesen Satz höre ich von meinen Studierenden am liebsten:
"Das war nicht ganz einfach, aber hier hab ich echt richtig viel gelernt."
Meine aktuelle Lektüre:
Glasperlenspiel, H. Hesse – jetzt, in den Zeiten der sozialen Isolation, lese ich gerade einmal wieder Bücher, die mir früher sehr gut gefallen haben, um zu sehen, wie sie heute auf mich wirken
Meine nächste Publikation wird ...
... „Inferential Latitude: Degrees of Freedom for Social Projection” – ein Manuskript, das ich nun endlich wieder aufnehmen kann!

Prof. Dr. Ju­dith Mantz

Prof. Dr. Judith Mantz
Professorin Physician Assistant

Ver­ra­ten Sie uns et­was über Ih­ren Wer­de­gang? 

Ich habe Humanmedizin an der Universität des Saarlandes studiert. Mein Studium begann am 01.10.2001 und endete am 28.05.2008. Meine Dissertation habe ich in der Orthopädie angefertigt. Ich habe verschiedene OP-Verfahren, die beim Riss der langen Bizepssehne zur Anwendung kommen, miteinander verglichen. Nach dem Studium habe ich zunächst im Ostalbklinikum Aalen als Anästhesistin gearbeitet, habe dann nach 2 Jahren an die Uniklinik Ulm gewechselt. Zuletzt habe ich das Fachgebiet gewechselt und 1 Jahr in einer Hausarztpraxis in Ulm gearbeitet.

Was hat Sie ge­ra­de nach Neu-Ulm an die HNU ge­führt?

Ich wohne seit 2010 in Ulm und ich finde die Doppelstadt total l(i)ebenswert. Es wäre für mich gar nicht in Frage gekommen, mich woanders zu bewerben. 

Wie wa­ren Ih­re ers­ten Mo­na­te an der HNU?

Ich habe viel Unterstützung von Seiten der Kollegen und Mitarbeiter erfahren, das war toll. Ansonsten war es gerade zu Beginn natürlich eine unsichere Zeit, auch als Dozent und nicht nur als Studierender. Aber mittlerweile haben sich alle an die neue Realität gewöhnt und es läuft sehr gut. Ich freue mich, dass man auch in solch ungewöhnlichen Zeiten mit den Studierenden in Kontakt bleiben kann.

Wes­halb sind Sie Pro­fes­so­rin ge­wor­den?

Ich habe immer wieder berufsbegleitend Lehraufträge in Medizin an der Hochschule in Ulm übernommen. Das hat mir so viel Freude gemacht. Ich möchte gerne Studierende an der Medizin begeistern, es ist so ein spannendes Fach für Jedermann.

Wo lie­gen Ih­re Lehr- und For­schungs­schwer­punk­te?

Ich war aus Leidenschaft Anästhesistin und sehe meine Lehr- und Forschungsschwerpunkte auch in diesem Bereich. Ich finde, jeder Mensch sollte lebenserhaltende Maßnahmen beherrschen und im Notfall eingreifen können. Viele handeln nicht aus Furcht vor Fehlern und nicht aus mangelnder Solidarität. Es ist mir ein Anliegen, da Aufklärung zu betreiben und Berührungsängste zu minimieren. Zurzeit unterstütze ich außerdem ein Forschungsprojekt zu alternativen Beatmungsformen bei Coronapatienten zusammen mit der TH Ulm.

Was kann man in Ih­ren Ver­an­stal­tun­gen ler­nen? 

Ich decke hauptsächlich medizinische Themen ab. Ich möchte, dass sich die Studierenden mit ihrem Körper auseinandersetzen und ihn zu schätzen lernen. 

PER­SÖN­LI­CHES 

Wenn ich nicht gerade an der HNU lehre und forsche ...
... ich habe zwei kleine Kinder, die mich gerne auf Trab halten und mit denen ich sehr gerne Zeit verbringe. Sie fordern und fördern mich.
Mein Fachgebiet in drei Worten:
... mehr als Auswendiglernen
Die HNU ist:
... innovativ, kreativ und bunt
Diesen Satz höre von meinen Studierenden am liebsten:
„Es hat geklappt, Frau Mantz, ich bin im Webinar“
Meine aktuelle Lektüre:
Die Pest von Albert Camus
Meine nächste Publikation wird ... 
... ein Artikel über die Vielfalt und Notwendigkeit von Physician Assistants

Prof. Dr. An­ja Zenk

Prof. Dr. Anja Zenk
Professorin für Englisch/strategische Leitung Sprachenzentrum

Ver­ra­ten Sie uns et­was über Ih­ren bis­he­ri­gen Wer­de­gang?

Ich habe in Frankfurt a. M., Marburg, Canterbury/UK und in Wien studiert und habe meine Promotionsarbeit in London an der British Library und an der School of Advanced Studies des University College London durchgeführt. Meine Dissertation hat sich mit einem interdisziplinären und interkulturellen buchgeschichtlichen Thema beschäftigt, nämlich der Frage, wie das Till-Eulenspiegel-Buch im 16. Jahrhundert von Kontinentaleuropa nach England gelangte.

Nach dem Abschluss meiner Promotion habe ich an der Universität Hamburg und am King’s College London in einem Emmy-Noether-Forschungsprojekt der DFG zu Fragen der Poetik gearbeitet und in der Germanistik und Anglistik gelehrt. Im Anschluss habe ich als Studienleiterin bei einem der deutschen Begabtenförderwerke gearbeitet, das Stipendien aus staatlichen Mitteln vergibt: dem Evangelischen Studienwerk Villigst. Hier habe ich Stipendiat*innen betreut und die ideelle Förderung, z. B. das Sommeruniversitätsprogramm und die Auslandsstudienaufenthalte, verantwortet. Die Lehre habe ich bei meiner nächsten Station wieder aufgenommen, als ich an der Hochschule Hamm-Lippstadt als Lehrkraft für besondere Aufgaben für Technisches Englisch und Wirtschaftsenglisch unterrichtet habe. Zudem bin ich ausgebildete Gymnasiallehrerin.

Was hat Sie ge­ra­de nach Neu-Ulm an die HNU ge­führt?

An der HNU wird dem Sprachenlernen ein großer Wert beigemessen und das Sprachenzentrum ist fest etabliert und sehr gut eingespielt, mit einem klasse Team. Das finde ich großartig. Die Fakultäten haben die Sprachen fest in ihre Studiengänge eingebunden. So können die Studierenden auf ihre internationalen Aufgabenfelder in der heutigen global vernetzten Arbeitswelt entsprechend vorbereitet werden. – Außerdem stellt die wunderbare Umgebung eine echte Verlockung dar!

Wie wa­ren Ih­re ers­ten Mo­na­te an der HNU?

Ich habe viel Unterstützung von Seiten der Kollegen und Mitarbeiter erfahren, das war toll. Ansonsten war es gerade zu Beginn natürlich eine unsichere Zeit, auch als Dozent und nicht nur als Studierender. Aber mittlerweile haben sich alle an die neue Realität gewöhnt und es läuft sehr gut. Ich freue mich, dass man auch in solch ungewöhnlichen Zeiten mit den Studierenden in Kontakt bleiben kann.

War­um sind Sie Pro­fes­so­rin ge­wor­den?

Ich arbeite sehr gern mit Studierenden, mit jungen Erwachsenen. Es macht mir Spaß, das Lernen der Studierenden anzuregen und zu begleiten. Weil das Englische in allen Bereichen immer wichtiger wird, glaube ich, dass ich in meinem Fach den Studierenden grundlegende Life Skills vermitteln kann.
Die Forschungsmöglichkeiten als Professorin sind natürlich auch eine hervorragende Möglichkeit, meinen akademischen Interessen nachzugehen.

Wo lie­gen Ih­re Lehr- und For­schungs­schwer­punk­te?

In der Vergangenheit habe ich sowohl allgemeine literaturwissenschaftliche als auch sprachwissenschaftliche Themen gelehrt. In den letzten Jahren habe ich mich immer mehr auf die Bereiche Business und Technical English fokussiert. Es ist mir wichtig, dass das Sprachenlernen ganz viel mit Persönlichkeitsentwicklung zu tun hat, dieses Zusammenspiel versuche ich im Unterricht zu vermitteln.

Ein Forschungsthema, das mich momentan beschäftigt, ist, wie interkulturelle Kompetenz, die im aktualisierten Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für die Sprachen in die Bewertung eingeschlossen wird, im Sprachunterricht gut angebahnt werden kann.  

Was kann man in Ih­ren Ver­an­stal­tun­gen ler­nen?

Ich versuche zu vermitteln, dass für die erfolgreiche interkulturelle Kommunikation nicht allein das Anwenden von Grammatikregeln und Vokabelkenntnissen wichtig ist. Um Kommunikation gelingen zu lassen, ist es vielmehr bedeutend, interkulturelle Situationen im Zusammenhang zu entschlüsseln und unsere Persönlichkeit mit ins Spiel bringen.

PER­SÖN­LI­CHES

Wenn ich nicht gerade an der HNU lehre und forsche ...
... reise ich – ich hoffe darauf, dass das bald wieder uneingeschränkter möglich ist, auch, damit ich meine neue Umgebung hier um Neu-Ulm herum besser kennen lernen kann.
Mein Fachgebiet in drei Worten:
... language is powerful 
Die HNU ist:
... sehr flexibel mit der Herausforderung Corona umgegangen 
Diesen Satz höre von meinen Studierenden am liebsten:
"I had never thought about that"
Meine aktuelle Lektüre:
David Dideau: What if everything you knew about education was wrong?
Meine nächste Publikation wird ... 
... "Die Bedeutung muttersprachlicher Sprachkompetenzen in der Einstellungspraxis von Sprachlehrkräften an deutschen Hochschulen"