Unter dem Titel „Violence as a work-related stressor: Findings from elderly and special needs care in Southern Germany“ beleuchtete Kappe, inwiefern sich Gewalt in der Alten- und Eingliederungshilfe nicht allein als Herausforderung für einzelne Mitarbeitende, sondern als relevante Arbeitsbelastung mit individuellen und strukturellen Ursachen darstellt. Neben Selbstreflexion und Deeskalationskompetenzen, so zeigt die Studie, braucht wirksame Prävention entsprechend verlässliche organisationale Strukturen, Qualifizierungsangebote sowie eine systematische Erfassung und Aufarbeitung von Gewaltvorfällen.
Mithin lautete das Fazit des Beitrags: Gewalt ist kein individuelles Problem, sondern muss auf individueller, organisatorischer und gesellschaftlicher Ebene gedacht werden. Insbesondere vor dem Hintergrund des Konferenzthemas – „Mental Health in Times of Uncertainty“ – wurde deutlich, warum der Umgang mit Gewalt und den daraus entstehenden Unsicherheiten auch eine Frage gesundheitsförderlicher Arbeitsbedingungen und nachhaltiger Präventionsstrukturen ist.
Die vorgestellte Studie entstand innerhalb des Kompetenzzentrums für innovative und gesunde Arbeit im Sozial- und Gesundheitswesen (KompIGA). KompIGA wird durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Programm „Zukunft der Wertschöpfung – Forschung zu Produktion, Dienstleistung und Arbeit“ gefördert und vom Projektträger Karlsruhe (PTKA) betreut.
Kontakt
Miriam Kappe
Wissenschaftliche Mitarbeiterin für den Bereich Erfassung und Dokumentation von Prozessen im Gesundheitswesen







