Rund 80 Interessierte aus Wissenschaft und Wirtschaft nahmen an der Veranstaltung teil, die gemeinsam von der HNU (Prof. Andrea Kimpflinger, Halyna Schweizer, Prof. Dr. Wilke Hammerschmidt, Prof. Dr. Ulrich Bihler) und dem Marketingclub Ulm/Neu-Ulm (Thomas Scheer) ausgerichtet worden war.
Als zentrales Thema fungierte der zunehmende Einfluss generativer KI auf die Wahrnehmung von Unternehmen und Marken. Unternehmen können ihre Kommunikation zwar über Werbung, Websites, Medienarbeit und soziale Netzwerke selbst gestalten, gleichzeitig verarbeitet generative KI eine Vielzahl digital verfügbarer Informationen und erzeugt daraus eigene Darstellungen. Damit verändert sich auch die Rolle von Marketing und Kommunikation: Neben den Botschaften, die Unternehmen selbst aussenden, gewinnen die digitalen Spuren an Bedeutung, die andere über ein Unternehmen hinterlassen.
KI in der Markenkommunikation, Nachhaltigkeitskommunikation und Wissensmanagement
Zwei Impulsvorträge und ein Werkstattbericht warfen vielseitige Schlaglichter auf diese Thematik: Prof. Dr. Ulrich Bihler, Lehrbeauftragter an der HNU und Honorarprofessor für Kommunikationswissenschaft an der Universität Hohenheim, zeigte auf, inwiefern Kaufentscheidungen und Markenbilder zunehmend in den Antworten generativer KI-Systeme entstehen. Wolfgang Berger von der DFGE erläuterte die Auswirkungen der EU-Vorgaben zur Stärkung der Verbraucher für den ökologischen Wandel (EmpCo) auf die Kommunikation von Unternehmen. Wie Unternehmen ihre Wissensbasis für den Einsatz von KI stärken können, beleuchtete Sven Spöde von der Zeiss Group in einem Werkstattbericht.
Paneldiskussion: Urteilskraft bleibt zentrale Kompetenz
Anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Studiengangs Informationsmanagement und Unternehmenskommunikation hatten die Veranstalter ein besonderes Panel ausgerichtet: HNU-Präsidentin Prof. Dr. Julia Kormann, Judith Walter (Zeiss Group), Melanie Gömmel (The Goodforces) und Daniel Hauke (Hauke GmbH) diskutierten in einem Panel über die Auswirkungen der technologischen Entwicklungen auf Kommunikation und Arbeitswelt.
Einigkeit bestand darin, dass mit zunehmenden Automatisierungsmöglichkeiten die Fähigkeiten an Bedeutung gewinnen, die sich nur schwer automatisieren lassen: Informationen auszuwählen, einzuordnen, kritisch zu hinterfragen und daraus Entscheidungen abzuleiten. Die Möglichkeit, Inhalte schneller zu produzieren, sei nicht automatisch mit einer höheren Qualität verbunden. Gerade angesichts der wachsenden Menge an Informationen werde deshalb professionelle Urteilskraft wichtiger.
25 Jahre Informationsmanagement und Unternehmenskommunikation
Der Studiengang IMUK verbindet seit mittlerweile einem Vierteljahrhundert die Bereiche Kommunikation, Management und Technik. Wie daraus konkrete Kooperationen zwischen Hochschule und Wirtschaft entstehen können, zeigten die beiden IMUK-Absolventen Silas Wagner und Semir Hadzic: In ihren prämierten Abschlussarbeiten beschäftigten sie sich mit praxisnahen kommunikativen Fragestellungen und verbanden wissenschaftliche Ansätze mit konkreten Herausforderungen aus der Wirtschaft.
HNU-Präsidentin Prof. Dr. Julia Kormann betonte die Bedeutung solcher Kooperationen: „Hochschule und regionale Wirtschaft haben in diesen Zeiten eine große Chance: Wenn beide gemeinsam an einer Sache arbeiten und am Ende jeder von beiden besser ist, mehr weiß und einen Schritt weiter ist.“
Über HNU Connect
Mit HNU Connect bringt die Hochschule Neu-Ulm regelmäßig Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Wirtschaft zusammen, um aktuelle Entwicklungen in Marketing und Unternehmenskommunikation zu diskutieren und den Wissenstransfer in die Region zu stärken.
Professorin Andrea Kimpflinger
Studiengangleiterin und Praxisbeauftragte Informationsmanagement und Unternehmenskommunikation
Vorsitzende des Prüfungsausschusses der HNU
Leitung Kompetenzzentrum Corporate Communications







