Spiele sind längst mehr als ein Unterhaltungsmedium: Sie sind Gegenstand wissenschaftlicher Forschung, werden in Bildung und Vermittlung eingesetzt und sind Teil einer wachsenden Kultur- und Kreativwirtschaft. In Form des HNU Game Institute schafft die HNU nun eine Plattform, um Wissenschaft, Politik, Bildung und Games-Wirtschaft zusammenzubringen und Strukturen für Forschung, Lehre und Wissenstransfer zu schaffen.„Mit dem Game Institute schärfen wir das Profil der HNU und unterstreichen zugleich unseren Anspruch, gesellschaftlich und wirtschaftlich relevante Entwicklungen wissenschaftlich mitzugestalten und damit Impact über die Hochschule hinaus zu erzeugen“, betont HNU-Präsidentin Prof. Dr. Julia Kormann.
Beitrag zur Game-Strategie Bayern
Die neue Einrichtung versteht sich als aktiver Bestandteil der Game-Strategie Bayern. Die Initiatoren Prof. Michael Hebel und Prof. Guido Kühn sind seit Jahren in der Spielwissenschaft und dabei insbesondere in den Bereichen Spieldidaktik und Spielentwicklung aktiv und arbeiten eng mit Akteuren aus Politik, Wissenschaft und Praxis zusammen.
Dr. Fabian Mehring, Bayerns Staatsminister für Digitales: „Games sind Kulturgut, Digitalisierungsmotor und Wachstumsbranche zugleich. Wir haben Bayern zu Deutschlands Games-Standort Nummer eins gemacht und wollen aus diesem Vorsprung einen dauerhaften Wettbewerbsvorteil machen. Dafür habe ich die Förderkulisse für Games verdoppelt, sodass wir unseren Pixelpionieren doppelten Rückenwind geben können. Im Zuge dessen setzen wir vor allem auf die Professionalisierung und Akademisierung der Szene, um zur internationalen Spitze aufzuschließen. Das neue Game-Institute der Hochschule Neu-Ulm ist ein wichtiger Meilenstein auf diesem Weg. Ein starker Games-Standort braucht nämlich nicht nur kreative Studios, sondern auch exzellente Forschung, kluge Köpfe und den engen Schulterschluss von Wissenschaft und Wirtschaft. Die Hochschule Neu-Ulm geht dabei nun landesweit voran und leistet wichtige Pionierarbeit auf einem absoluten Zukunftsfeld. Für dieses vorbildhafte Engagement bin ich den Initiatoren sehr dankbar und versichere auch in Zukunft meine verlässliche Unterstützung.“
Geplant ist unter anderem ein Forschungscluster, das bestehende Lehr- und Forschungsaktivitäten sichtbar macht, gemeinsame Forschungsprojekte anstößt und Kooperationen zwischen Hochschulen ermöglicht. Auch die Entwicklung von Promotionspfaden in der Spielwissenschaft gehört zu den langfristigen Vorhaben.
Eine wichtige Grundlage dafür soll eine systematische Bestandsaufnahme der bayerischen Spielwissenschaft schaffen: Das HNU Games Institute will Daten zu Studienangeboten, Profilen, Ausstattung, Studierendenzahlen, Forschungsaktivitäten und Übergängen in die Games-Branche erfassen. Damit kann erstmals ein umfassenderer Überblick über die akademische Landschaft des Themenfelds in Bayern entstehen.
Forschung mit direktem Praxisbezug
Neben der Forschung nimmt der Transfer einen zentralen Stellenwert ein. Das HNU Game Institute will wissenschaftliche Erkenntnisse gemeinsam mit Partnern aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Bildung in die Praxis bringen. Dazu gehören unter anderem Vorträge und Schulungen, Lehrprojekte mit externen Partnern, Game Jams, Summer Schools und Ausstellungen studentischer Arbeiten.
Bereits bestehende Aktivitäten der HNU sollen dabei stärker miteinander verbunden und für hochschulübergreifende Kooperationen geöffnet werden. Dazu zählen unter anderem die Semesterausstellung Game Kickstart, hochschulübergreifende Game Jams und das Netzwerk KANU Game, das die Hochschule Neu-Ulm, die Technische Hochschule Augsburg und die Hochschule Kempten miteinander verbindet.
Auch die Zusammenarbeit mit der Games-Branche soll weiter ausgebaut werden. Aus Lehr- und Forschungsprojekten können dabei Prototypen, Spiele und weitere Anwendungen entstehen. Gleichzeitig soll das HNU Game Institute die Gründungsaktivitäten im Umfeld der HNU und des KANU-Netzwerks unterstützen.
Langfristiges Ziel: ein starkes bayerisches Game-Ökosystem
„Wer die digitale Gesellschaft verstehen will, kommt an einer Kulturtechnik nicht vorbei, die so alt ist wie die Menschheit selbst: dem Spiel. Games sind Lernraum, Kulturgut, Wirtschaftssektor und Innovationslabor zugleich. Mit dem HNU Game Institute schaffen wir in Bayern erstmals eine Plattform, die die unterschiedlichen Aktivitäten der Spielwissenschaft (Game Sciences) sichtbar macht und miteinander verbindet“, betont Prof. Guido Kühn. „Wir wollen Forschung nicht nur betreiben, sondern ihre Ergebnisse in Bildung, Wirtschaft und Gesellschaft wirksam werden lassen. Unser Ziel ist ein starkes bayerisches Game-Ökosystem, das wissenschaftliche Exzellenz und praktische Anwendung gleichermaßen fördert.“
Langfristig soll das HNU Game Institute dazu beitragen, akademische Strukturen für Spielwissenschaft in Bayern weiterzuentwickeln – von Studium und Lehre über Forschung und Promotion bis hin zu Transfer, Gründung und Zusammenarbeit mit der Games-Industrie. Damit schafft das Game Institute eine Grundlage für ein stärker vernetztes bayerisches Game-Ökosystem.
Kontakt
Professor Michael Hebel
Professor Game Art und Design
Studiengangleiter Game-Produktion und Management






