Cir­cu­lar Agro-Eco­no­mics

In Kooperation mit der University of Rwanda wird ein interdisziplinärer Studiengang zur Kreislaufwirtschaft in der Landwirtschaft und angewandtes Entrepreneurship eingeführt. Drei Unternehmen unterstützen die Entwicklung, um einen starken Praxisbezug zu gewährleisten.

Cir­cu­lar Agro-Eco­no­mics (Rwan­da-CAE)

Projektlaufzeit
01.05.2021 bis 31.12.2024
Geldgeber
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD)

Ad­van­cing sustainable eco­no­mic de­ve­lop­ment in Rwan­da through cir­cu­lar agro-eco­no­my (Rwan­da-CAE)

Nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung in Ruanda durch Kreislaufwirtschaft im Agrarsektor

Photo by Joel and Jasmin Forestbird on Unsplash

Die Kreislaufwirtschaft bietet großartige Möglichkeiten für Ruandas Agrarsektor mit positiven Auswirkungen auf Umwelt und Wirtschaft. Dieses Projekt wird ein interdisziplinäres, praxisorientiertes Masterprogramm für Circular Agro-Economics und angewandtes Unternehmertum in einem Blended-Learning-Format an der University of Rwanda implementieren. Der Master wird die Gründung innovativer Startups zur Umsetzung der Kreislaufwirtschaft im Agrarsektor vorantreiben. Einzelne Module dieses Masters werden für Praktiker in Form von kurzen Zertifikatskursen angeboten.

Darüber hinaus wird das Projekt angewandte Forschung zur Schaffung nachhaltiger Geschäftsmodelle für agro-ökonomische Kreisläufe betreiben.

Es wird ein Expertennetzwerk aus relevanten Institutionen für Innovationen in der Kreislaufwirtschaft in Ruanda und Deutschland aufgebaut, darunter die Projektpartner SINA GERARD Ese URWIBUTSO, Sharkbite Innovation GmbH und En-Crops GmbH.

Was ist Kreis­lauf­wirt­schaft?

Die Idee einer Kreislaufwirtschaft ist es, anstelle von linearen Wertschöpfungsketten Cradle-to-Cradle-Wertschöpfungskreisläufe zu schaffen, die die natürlichen ökologischen Prozesse von Abbau und Wachstum nachahmen, um Abfall zu vermeiden und die Lebenszyklen von Produkten und Materialien zu optimieren.  (Ellen MacArthur Foundation, 2017) (öffnet neues Fenster)

Das übergeordnete Ziel einer zirkulären Agrarwirtschaft ist es, eine nachhaltige Entwicklung zu erreichen und dabei Umweltqualität, wirtschaftlichen Wohlstand und soziale Gerechtigkeit zu gewährleisten.  (Kirchherr, J., Reike, D., & Hekkert, M. (2017). Conceptualizing the circular economy) (öffnet neues Fenster)

Pro­jekt­zie­le

M.Sc. Cir­cu­lar Agro-Eco­no­my

  • Interdisziplinäres, praxisorientiertes, blended-learning-basiertes Masterprogramm
  • Inhalt: Kreislaufwirtschaft, Agrarökonomie, unternehmerisches Denken
  • Ziel: Anstoß zur Entwicklung von zirkulären Geschäftsmodellen im agrarökonomischen Sektor Ruandas
  • Projektbeitrag: gemeinsame Entwicklung des Curriculums, Schulung der Dozenten

Be­rufs­be­glei­ten­de Zer­ti­fi­kats­kur­se

  • Hochgradig praxisorientierte, e-learning-basierte Zertifikatskurse für kreislaufbasierte Innovationen im Agrarsektor
  • Zielgruppe: Fachleute, Praktiker, kommunale Entscheidungsträger, Postgraduierte
  • Projektbeitrag: gemeinsame Curriculumentwicklung, Co-Teaching
  • Vorteile: lebenslanges Lernen, Pilotlauf für den M.Sc.

Pro­jekt­be­schrei­bung

Das Konzept der Kreislaufwirtschaft bietet große Möglichkeiten für Ruandas agrarökonomischen Sektor. Kreislaufwirtschaftliche Geschäftsmodelle, die an den lokalen Kontext angepasst sind, können die wirtschaftliche Vitalität von städtischen und ländlichen Gebieten stärken. Um die Entwicklung von zirkulären Geschäftsmodellen in der ruandischen Agrarwirtschaft anzustoßen, muss das Konzept der Kreislaufwirtschaft zusammen mit Techniken des unternehmerischen Denkens in die Lehrprogramme der Universitäten integriert werden.
Das primäre Ziel dieses gemeinsamen Projekts der University of Rwanda (UR) und der Hochschule für angewandte Wissenschaften Neu-Ulm (HNU) ist es daher, ein interdisziplinäres, praxisorientiertes Masterprogramm für zirkuläre Agrarökonomie und damit verbundene angewandte Unternehmerthemen in einem Blended-Learning-Format an der UR zu implementieren. Das übergeordnete Ziel ist es, die Schaffung von qualifizierten und innovativen Geschäftskonzepten und Startups für die Umsetzung von zirkulären agroökonomischen Prinzipien voranzutreiben. Der vorgeschlagene Name des interdisziplinären Master of Science Programms ist "M.Sc. Circular Agro-Economics" und integriert Kernkompetenzen wie Applied Entrepreneurship und Agrarökonomie.
Ein sekundäres Ziel des Projekts ist die Implementierung eines hochgradig praxisorientierten, E-Learning-basierten Zertifikatskursangebots für zirkuläre Agroökonomie-Innovationen für Fachleute, Externe, kommunale Entscheidungsträger und potentiell interessierte Graduierte anderer Programme an der UR. Dieses Angebot wird aus adaptierten, stark praxisorientierten Teilen des oben genannten Masterprogramms bestehen und soll die erreichbaren Zielgruppen für zirkuläre Agrarwirtschaftsthemen erweitern und die interdisziplinäre Innovationsbildung durch die teilnehmenden Praktiker vorantreiben.
Der interdisziplinäre Ansatz ist sehr wichtig, um die Absolventen mit übertragbaren, praxisorientierten Fähigkeiten auszustatten. Das ruandische Bildungsministerium (MINEDUC) hat die Bedeutung einer praxisorientierten Entrepreneurship-Ausbildung in allen Fächern, die an höheren Bildungseinrichtungen angeboten werden, stark betont. Somit trägt dieses Projekt zur nationalen Hochschulbildungsagenda Ruandas bei.
Die Integration von Elementen des angewandten Unternehmertums zielt darauf ab, innovative Startup-Teams zu schaffen und zu unterstützen, durch die Entwicklung von Prototypen, die Validierung von Märkten und schließlich die Registrierung neuer Unternehmen, die erfolgreich zirkuläre agro-ökonomische Geschäftsmodelle in Ruanda realisieren. Dadurch werden Arbeitsmöglichkeiten, insbesondere für die wachsende junge Bevölkerung in Ruanda, geschaffen und somit die Armut gemildert.

Darüber hinaus werden im Rahmen des Projekts kollaborative und praxisorientierte angewandte Forschungsprojekte zur Schaffung nachhaltiger Geschäftsmodelle für die Realisierung von Kreislaufwirtschaften im ländlichen und städtischen Umfeld Ruandas durchgeführt, die identifizierte Forschungslücken zu Kreislaufwirtschaftsinnovationen in Ruanda abdecken. Die Ergebnisse sollen in die Lehrmodule integriert werden. Sowohl UR- als auch HNU-Studenten werden mit ihren Abschlussarbeiten in diese angewandten Forschungsprojekte einbezogen.

Es wird ein Expertennetzwerk aus Vertretern relevanter Institutionen und Industrieakteuren für Kreislaufwirtschaftsinnovationen in Ruanda und Deutschland aufgebaut, darunter die Projektpartner SINA GERARD Ese URWIBUTSO, En-Crops GmbH und Sharkbite Innovation GmbH. Eine internationale Kollaborations- und Open-Innovation-Plattform für Wissenstransfer und kollaborative Innovationsentwicklung wird etabliert, um ruandischen Innovatoren und deutschen Innovatoren eine virtuelle Zusammenarbeit zu ermöglichen. Regelmäßige Entrepreneurship-Exkursionen von HNU-Studenten nach Ruanda werden diesen Prozess unterstützen.

Schließlich will die HNU durch dieses Projekt weitere Kompetenzen und Erfahrungen, insbesondere im Bereich der anwendungsorientierten Entwicklungszusammenarbeit mit Ostafrika und Ruanda, gewinnen. Dies trägt zum Aufbau weiterer Partnerschaften in afrikanischen Ländern bei. Das breitere Angebot an Projekten in afrikanischen Ländern wirkt sich indirekt auch positiv auf andere Projekte aus, da das gewonnene Wissen auch für diese genutzt werden könnte.

Professor Dr. Thomas Bayer

Vizepräsident für Internationalisierung und Transfer

Direktor – Institut für Dienstleistungsmanagement

Telefon: 0731/9762-1250

Standort: Hauptgebäude B, B.1.21

Fakultät:
Wirtschaftswissenschaften
Adresse:
Hochschule Neu-Ulm
Wileystraße 1
89231 Neu-Ulm
Professor Dr. Thomas Bayer