Als größtes Branchentreffen im deutschsprachigen Raum bot auch der diesjährige Geothermiekongress (DGK) vom 18. bis 20. November 2025 in Frankfurt am Main ein breites Spektrum an Vorträgen und Workshops rund um die Themenbereiche Wirtschaft und Forschung, Oberflächennahe und Mittel- sowie Tiefe Geothermie. Der DGK wird vom Bundesverband Geothermie e.V. (BVG) veranstaltet und bringt jährlich Teilnehmende aus Unternehmen, Politik und Verwaltung sowie Wissenschaft zusammen, um sich zu vernetzen und den Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft voranzutreiben.
Im Fokus: Gesellschaftliche Akzeptanz von Geothermie in der regionalen Politik und Wirtschaft
Als emissionsarme, erneuerbare Energiequelle wird geothermische Energie in der deutschen Wärmewende zunehmend relevanter, insbesondere in der kommunalen Wärmeplanung. Dabei spielt gesellschaftliche Akzeptanz eine entscheidende Rolle für die erfolgreiche Implementierung von Geothermieprojekten – ein Thema, das Robin Renoth im Rahmen seiner Promotion bearbeitet. Auf dem Deutschen Geothermiekongress präsentierte er eine Fallstudie, die er als Teil seines Forschungsprojekts gemeinsam mit Dr. Martin Schmieder (HNU), Prof. Dr. Michael Drews (TU München), Prof. Manfred Plechaty (HNU) und Prof. Dr. Elmar Buchner (HNU) durchführt. Die Studie konzentriert sich auf den Gemeindetyp Kleinstadt, hinter dem sich insofern ein besonderes Forschungsinteresse verbirgt, als insgesamt rund 30 Prozent der deutschen Bevölkerung in einer solchen Struktur leben. Dabei liegt der Fokus der Studie auf der regionalen Politik und lokalen Unternehmen als relevante Akteure in diesem Umfeld.
Über Illertissen hinaus: positiver Beitrag zur kommunalen Wärmeplanung in Deutschland
Für die qualitative Fallstudie nutzt Renoth leitfadengestützte Interviews; als exemplarische Kleinstadt dient die Gemeinde Illertissen. Neben den grundsätzlichen Perspektiven der Akteure untersucht er die jeweiligen Chancen und Risiken, die die interviewten Personen identifizieren, und konturiert erste Lösungsansätze. Hohe Bedeutung wird dabei unter anderem offener, transparenter Kommunikation und dem aktiven, frühzeitigen Einbezug unterschiedlicher Akteure beigemessen.
Die Analyse liefert über das konkrete Fallbeispiel hinaus wertvolle Einblicke in die gesellschaftlichen Herausforderungen und Chancen, die mit der Einführung von Geothermieprojekten in Kleinstädten verbunden sind. So bildet die Renoths Forschungsarbeit eine Basis für künftige unabhängige und wissenschaftlich fundierte Handlungsempfehlungen.
Ansprechpartner
Robin Renoth






