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Die Rolle des Wassers in Geothermieprojekten: Vortrag von HNU-Wissenschaftler

30.06.2026, Forschung:

Robin Renoth, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule Neu-Ulm (HNU), beleuchtete im Rahmen der Tagung Blue, bluer, blues(t) Humanities an der RWTH Aachen die Rolle des Wassers in Geothermieprojekten. Die internationale Konferenz brachte vom 21. bis 23. Mai 2026 Forschende aus den Geistes- und Naturwissenschaften zusammen, um unterschiedliche Perspektiven auf das Thema Binnengewässer zu diskutieren. 

Die internationale Tagung ermöglichte einen dezidierten Austausch zwischen geisteswissenschaftlichen Disziplinen wie der Literaturwissenschaft, der Linguistik oder den Sozialwissenschaften mit naturwissenschaftlichen Disziplinen wie der Geographie, der Geologie oder der Ingenieurhydrologie. Vor allem Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler präsentierten ihre aktuellen Forschungsarbeiten und diskutierten diese im Rahmen eines internationalen Forums mit Perspektiven unter anderem aus Kansas (USA), Toronto (Kanada) und Turku (Finnland).

Renoth, der aktuell zur Akzeptanz von Geothermieprojekten promoviert, stellte in seinem Vortrag drei Fallstudien aus Japan, Indonesien und Deutschland (Illertissen) vor. Entlang dieser Studien entfaltete er die Rolle des Wassers in Geothermieprojekten und zeigte auf, welcher Einfluss sich daraus für lokale Perspektiven ableiten lässt.

Die Ressource Wasser spielt in allen drei Fallstudien eine zentrale Rolle in der Gesellschaft. Da Geothermieprojekte eng mit Grundwasser und Wassernutzung in Verbindung gebracht werden, können in der lokalen Bevölkerung Vorbehalte entstehen. Dabei gibt es Bedenken zur sicheren Wasserversorgung für die eigene Lebensgrundlage (Indonesien: Landwirtschaft) oder wegen des reibungslosen Betriebs kulturell stark verankerter, heißer Quellen (Japan: Onsen-Bäder). In Deutschland zählt der Erhalt der Grundwasserqualität und eine mögliche Nutzung des Grundwassers im Rahmen des Geothermieprojekts zu den zentralen Entscheidungskriterien.

Renoths Fazit: Um Missverständnisse und Konflikte zu vermeiden, sollten verschiedene Perspektiven der lokalen Bevölkerung bei der Geothermieprojektplanung berücksichtigt werden. Dabei können unterschiedliche Kommunikations- und Dialogansätze helfen, die regionalen Interessengruppen mit einzubeziehen und Vorbehalte abzubauen. Eine allgemeingültige Lösung für die Kommunikation von Geothermievorhaben gibt es nicht. Vielmehr hängen geeignete Kommunikationsstrategien von den jeweiligen regionalen Gegebenheiten sowie den Erwartungen der beteiligten Akteurinnen und Akteure ab. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit einer zielgruppenorientierten und adressatengerechten Kommunikation, die unterschiedliche Perspektiven berücksichtigt und den Dialog fördert.

Die Tagung bot vielfältige Möglichkeiten für einen internationalen und interdisziplinären Austausch und verdeutlichte die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit zwischen Geistes- und Naturwissenschaften bei der Bearbeitung gesellschaftlich relevanter Fragestellungen.

Kontakt

Robin Renoth

Wissenschaftlicher Mitarbeiter für das Gebiet Energiegewinnung durch Hochtemperatur-Geothermie

Telefon: 0731/9762-1561

Standort: Hauptgebäude B, B.2.17

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