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Zufallsfund: HNU-Doktorand analysiert Ausmaß von Upskirting-Videos auf dem Oktoberfest

02.10.2026, Forschung:

Im Rahmen einer Recherche stieß Benjamin Shultz, Doktorand an der Hochschule Neu-Ulm (HNU), zufällig auf eine Vielzahl von Videos, die intime Aufnahmen von Frauen auf dem Münchner Oktoberfest zeigten. Seine anschließende Datenanalyse der Verbreitung auf Social-Media-Plattformen zeigt das Ausmaß der entsprechenden Inhalte im Netz. 

Beim sogenannten Upskirting werden Personen ohne ihre Zustimmung unter den Rock oder das Kleid fotografiert oder gefilmt. Entsprechende Aufnahmen können in Deutschland unter bestimmten Voraussetzungen strafbar sein. 

Ausgangspunkt der Recherche des HNU-Doktoranden war ein unerwarteter Fund: Auf einem für Recherche- und Analysezwecke angelegten Account wurden Shultz entsprechende Inhalte angezeigt, obwohl er nicht gezielt danach gesucht hatte. Daraufhin untersuchte er systematisch, in welchem Umfang solche Aufnahmen auf verschiedenen Plattformen verfügbar sind und wie die betreffenden Accounts und Inhalte strukturiert sind. Allein auf Plattformen des Meta-Konzerns machte er rund 32.000 entsprechende Videos aus; weitere Videos fanden sich auf YouTube und TikTok.

Seine Recherche, die erstmals von der Süddeutschen Zeitung aufgegriffen wurde, offenbart, wie umfangreich sich nicht einvernehmlich erstellte intime Aufnahmen im digitalen Raum verbreiten können. 

„Die Analyse hat gezeigt, dass es sich nicht nur um eine Vielzahl von Videos handelt, sondern auch um eine vielfache Wiederveröffentlichung derselben Aufnahmen. Teilweise tauchten dieselben Personen in zahlreichen Beiträgen auf“, berichtet Benjamin Shultz. „Auffällig war zudem, in welchem Umfang die Inhalte monetarisiert werden: Viele Accounts erzielen über Werbung oder kostenpflichtige Abonnements erhebliche Einnahmen, sodass die Verbreitung dieser Videos nicht nur Reichweite, sondern auch wirtschaftliche Vorteile mit sich bringen kann.“ 

Der Zufallsbefund des HNU-Doktoranden verdeutlicht, wie datenbasierte Methoden eingesetzt werden können, um gesellschaftlich relevante Entwicklungen im digitalen Raum sichtbar zu machen. Zugleich werfen die Ergebnisse Fragen zum Umgang von Online-Plattformen mit solchen Inhalten und zu deren Moderation auf.

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