Das durch die Bayerische Forschungsallianz (BayFOR) geförderte Vorhaben knüpft an Erfahrungen aus dem Projekt „Rehabilitation for All through Digital Innovation and New Competencies“ (RADIC) in Ostafrika an, an dem die Jomo Kenyatta University of Agriculture and Technology (JKUAT) wesentlich beteiligt war. Auf dieser Grundlage sollen die internationalen Partner ihre unterschiedlichen fachlichen Perspektiven zusammenführen und gemeinsame Forschungsansätze weiterentwickeln. Wissenschaftspolitisch unterstützt das Vorhaben zentrale Ziele internationaler Forschungs- und Innovationsstrategien, insbesondere im Hinblick auf globale Gesundheitsfragen, digitale Transformation und Capacity Building in ressourcenlimitierten Regionen. Durch die gemeinsame Entwicklung von Forschungsansätzen und die Einbindung aller Partner vor Ort wird zudem ein Beitrag zur Stärkung transnationaler Wissensnetzwerke und zur langfristigen Kooperation geleistet.
An der HNU verantworten Henrik Hülsmann und Dr. Felix Holl die Zusammenarbeit. Seitens der JKUAT sind Dr. Wallace Karuguti (Leiter des Departments of Rehabilitation Sciences, School of Medicine) und Philip Oyier (Dozent für ICT an der JKUAT und Koordinator am Kenyan German Centre for Data Analytics (KGDA)) am Projekt beteiligt; UK-seitig wirkt die Forscherin Dr. Rachel Stockley von der University of Lancashire am Vorhaben mit. Darüber hinaus konnten im Rahmen des Projekts weitere Anknüpfungspunkte mit der Sektion Sport- und Rehabilitationsmedizin sowie der Klinik für Rehabilitationsmedizin des Universitätsklinikums Ulm (UKU) identifiziert werden.
Wissenschaftlicher Austausch und gemeinsame Projektentwicklung
Während eines ersten Aufenthalts in Neu-Ulm und Ulm im Juli dieses Jahres erhielten die kenianischen Partner u. a. Einblicke in laufende Forschungsprojekte im Bereich Digital Health. Im gemeinsamen Austausch wurden unterschiedliche länderspezifische Ansätze der digitalen Rehabilitation betrachtet und mögliche Anforderungen an die Implementierung digitaler Technologien diskutiert.
Eine zentrale Grundlage bildet dabei das von Dr. Stockley entwickelte „Rehabilitation Technologies Implementation Model“ (RiTe). Dr. Stockley stellte das Modell vor, das mit den Studierenden der JKUAT diskutiert wurde. Ergänzend wird ein strukturierter Interviewleitfaden dazu beitragen, Chancen, Herausforderungen und kontextspezifische Anforderungen bei der Implementierung digitaler Technologien in der Rehabilitation systematisch zu untersuchen.
Teil des gemeinsamen Austauschs waren auch die Forschungs- und Entwicklungsumgebungen der HNU. Bei Führungen durch das GM- und DocLab (durch Daniel Eitel) sowie das Usability Lab (durch Stefan Rogg) erhielten die Gäste Einblicke in die Arbeit der Hochschule, und im Innovation Space entwickelten sie anschließend eine gemeinsame Roadmap für mögliche Folgeprojekte. Im Fokus stehen dabei unter anderem die Anpassung und Evaluation digitaler Rehabilitationsinterventionen an lokale Bedarfe sowie die Identifikation geeigneter Implementierungsstrategien. Perspektivisch sollen daraus Pilotvorhaben in Kenia entstehen, die langfristig in größere Forschungsinitiativen überführt werden können.
Austausch über die HNU hinaus
Zum Programm des Aufenthalts gehörte auch die Teilnahme am IHK Wirtschaftsforum Afrika in Ulm. Dort wurden die Projektpartner vorgestellt und der studentische JKUAT Innovation Club im Bereich digitale Rehabilitation an einer Deep-Dive-Station präsentiert.
Der gemeinsame Austausch führte die Gäste aus Kenia und Vertreter der HNU außerdem an das UKU. Dort standen die Sektion Sport- und Rehabilitationsmedizin sowie weitere Bereiche der Klinik für Rehabilitationsmedizin im Mittelpunkt. Die Gäste erhielten Einblicke in die Arbeit der Klinik und besuchten unter anderem Bereiche des Querschnittgelähmtenzentrums und der neurologischen Rehabilitation. Dabei tauschten sie sich mit Mitarbeitenden aus Pflege, Medizin und Physiotherapie über unterschiedliche Versorgungskonzepte und Perspektiven der (digitalen) Rehabilitation aus.
Kooperation soll langfristig weiterentwickelt werden
Der Besuch an der HNU bildet den ersten Teil des Anbahnungsvorhabens. Die Zusammenarbeit und der Austausch sollen im weiteren Jahresverlauf mit einem Aufenthalt von Henrik Hülsmann an der University of Lancashire im Vereinigten Königreich fortgesetzt werden.
Weiterführende Links
Rite Project
JKUAT Rehab Innovation Club — A future without barriers
Kontakt
Henrik Hülsmann
Wissenschaftlicher Mitarbeiter für Digital Health im internationalen Kontext







