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3D-ge­druck­tes ana­to­mi­sches Lehr­mo­dell ge­winnt beim Fi­na­le der Deut­schen 3D-Druck-Chal­len­ge

22.10.2021, Pressemitteilung :

Eine Paketraupe, Topographiekarten, ein schwebender Mond als Nachtlicht oder ein Ordnungskonzept: 3D-Druck ist vielseitig. Das bewiesen die sieben Finalisten-Teams bei der Deutschen 3D-Druck-Challenge 2021, deren Finale am Donnerstag, 21. Oktober 2021 in der Hochschule Neu-Ulm stattfand und auch auf dem YouTube-Kanal von Andreas Weiß von AMPrO 3D gestreamt wurde. Auf den ersten Platz schaffte es Team „Pelvisio“ mit einem 3D-gedruckten Lehrmodell eines weiblichen Beckens.

Die Promotionsstudierenden Inga Beyers, Matthias Kiesel und Adam Kalisz (nicht anwesend) vom Team Pelvisio entwickelten ein 26-teiliges modulares anatomisches Lehrmodell eines weiblichen Beckens für Medizinstudierende und belegten damit den ersten Platz. Sie sagen: „Lehre muss besser werden!“ So engagiert sie ihr Projekt vorstellten, so überwältigt waren sie nach der Siegerehrung: „Der Sieg ist eine große Bestätigung für uns und auch eine große Motivation, genauso weiterzumachen, denn aus medizinischer Seite besteht hier großer Bedarf.“


Platz zwei ging an Jennifer Schubert, Julia Witzmann und Tizian Scharl vom Team „Tiger Toe“, die eine additiv gefertigte Kinderfußprothese entwickelten. Die drei Studierenden aus Bayreuth schließen mit ihrem Projekt eine Marktlücke, da aktuelle Kinderfußprothesen nur Abwandlungen der Modelle für Erwachsene sind.


Den dritten Platz belegten Axel Meier und Norbert Hülshorst aus Petershagen mit individuell angepassten Luftabstreifer-Geometrien für Bandgalvanikanlagen, die in additiver Fertigung hergestellt werden. Das erste sehr technische Produkt, das es bei einer 3D-Druck-Challenge ins Finale geschafft hat.


Für die Deutsche 3D-Druck-Challenge hatte die Hochschule Neu-Ulm rund 50 Anmeldungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz erhalten. Neben 3D-gedruckten Prototypen bzw., falls bereits vorhanden, einem bereits ausgereiften Produkt mussten die Teilnehmer:innen auch einen Businessplan für ihr Produkt einreichen, erklärt Fabian Frommer, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt die Challenge mit organisiert hat: „Alle Einsendungen wurden von einem Expertengremium bewertet. Die Einreichenden der besten Ideen wurden aufgefordert, einen konkreteren Geschäftsplan zu entwickeln. Auf dieser Basis wurden die sieben Finalisten ausgewählt, die im Finale vor einer aus führenden Wirtschaftsvertreter:innen bestehenden Jury um den Sieg pitchen.“


Nach der Begrüßung durch Prof. Dr. Elmar Steurer, Dekan der Fakultät Wirtschaftswissenschaften, stellten alle Finalisten-Teams ihre Projekte in Pitches vor. Vorgesehen waren sechs Minuten Pitch und sechs Minuten Zeit für Fragen der Jury. In der Jury saßen: Prof. Dr. Oliver Kunze (HNU), Monika Ruhkopf (Pro3D), Valentin Kurtovic (Solidpro), Andreas Weiß (AMPrO 3D), Robin Buck (Filamentworld), Christoph Hilscher (Max Hilscher GmbH), Johannes Schlenker (Honold), Dr. Daniel Riedmüller (EOS) und David Schlawer (Mark3D).

Zum Abschluss erfolgte die Preisverleihung. Zu gewinnen gab es – neben 3D-gedruckten Pokalen – Technik-Einkaufsgutscheine, technische Workshops mit Experten aus der 3D-Druck-Branche, ein Business- und Gründungs-Coaching mit einer Bank und Filamente (thermoplastische Kunststoffe, sozusagen der „Rohstoff“ für den 3D-Druck). Das Gewinnerteam darf als Special Price ein Video mit Andreas Weiß drehen, das auf seinem rund 55.000-Abonennten starken YouTube-Channel AMPrO 3D veröffentlicht wird.


Als Preisstifter waren dabei:
• AMPrO 3D
• EOS GmbH
• Fabb-It pro3D GmbH
• Filament World
• Honold Logistics Group
• Mark3D GmbH
• Max Hilscher GmbH
• Solidpro GmbH
• Volksbank Ulm-Biberach e.G.


Ziel der Challenge: Ideen aus den Köpfen in die Realität bringen
Entstanden ist die Idee zur 3D-Druck-Challenge im Rahmen des InnoSÜD-Teilprojekts „Physical, Augmented & Virtual Reality Logistics Living Lab“ an der Hochschule Neu-Ulm. Prof. Dr.-Ing. Oliver Kunze, Dr. Fang Li und Fabian Frommer beschäftigen sich in dem Projekt damit, wie 3D-Druck-Technologien zum Beispiel in der Logistik zum Einsatz kommen können, um Lieferwege zu verkürzen. Nach dem Prinzip des „Open Lab“ können Studierende, aber auch regionale Firmen bei ihnen im Labor eigene 3D-Druck-Ideen testen.


„3D-Druck ist eine teilweise noch unterschätzte Technologie, die disruptives Potenzial nicht nur in der Produktion, sondern auch in der Logistik hat“, sagt Prof. Oliver Kunze. „Mit der 3D-Druck-Challenge möchten wir jungen Menschen die Möglichkeit geben, Geschäftsideen zu entwickeln und vorzustellen. Wir sind eine innovative Business School und möchten neue Technologien fördern und Studierenden, Unternehmen und der Gesellschaft nahebringen und betriebswirtschaftliches Denken und Gründergeist fördern.“


Auch im nächsten Jahr wird die 3D-Druck-Challenge wieder stattfinden.