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HNU-Vi­ze­prä­si­den­tin Kor­mann hält Keyno­te beim baye­ri­schen In­no­va­ti­ons­fo­rum Di­gi­ta­le Leh­re in Mün­chen

30.06.2022, Hoch­schul­news :

Digitales Prüfen in und nach der Corona-Zeit war der thematische Schwerpunkt des 1. Bayerischen Innovationsforums Digitale Lehre am 24. Juni 2022. Veranstalter waren das Forschungs- & Innovationslabor Digitale Lehre (FIDL) und das Bayerische Zentrum für Innovative Lehre (BayZiel). Prof. Dr. Julia Kormann sprach in ihrer Keynote über „Methodische Chancen beim Prüfen“.
 

Deutschlandweit etablierten Hochschulen wegen der Corona-Pandemie fünf Semester lang Alternativen zu bewährten Prüfungsformen und reagierten auf diese unvorhergesehene Herausforderung mit zahlreichen innovativen digitalen Lösungen. Auch an der Hochschule Neu-Ulm entwickelnden Professorinnen und Professoren neuartige Lehr- und Prüfungsformate, von denen einige 2020 und 2021 mit dem Preis für herausragende digitale Lehre ausgezeichnet wurden.

Beim Innovationsforum Digitales Prüfen 2022+ diskutierten die Teilnehmenden am 24. Juni 2022 ihre Erfahrungen der zurückliegenden Corona-Semester und wagten einen Ausblick auf zukünftige Prüfungsformen. Nach der Begrüßung durch Prof. Dr. Klaus Kreulich, Vizepräsident für Lehre der Hochschule München, sprach HNU-Vizepräsidentin Prof. Dr. Julia Kormann als eine von drei Keynote-Speakern über „Methodische Chancen beim Prüfen.“

Methodische Chancen: Kompetenzziele, Lernfortschritt und Befähigung

Das Geprüft werden endet nicht mit dem Studium, sondern prägt auch das Berufsleben. Während es für viele Studierende während des Studiums bei Prüfungen vor allem um die Note geht, liegt in der Berufstätigkeit der Fokus des Feedbacks auf der Weiterentwicklung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – denn auch das Lernen endet nicht mit dem Studium, sondern prägt das (Berufs)leben. Prof. Kormann plädierte daher zunächst dafür, den Fokus von der Prüfung als Bewertung des Wissensstandes zu verschieben auf das Prüfen als Feedback über den Wissensstand und als Möglichkeit, Weiterentwicklungspotentiale zu identifizieren.

Prof. Kormann stellte dann im Laufe ihrer Keynote drei methodische Chancen beim Prüfen vor: 1. Kompetenzziele (gedanklich) erweitern, 2. Lernfortschritt bewerten und 3. Studierende befähigen. Sie plädierte dafür, Lehre und die im Studium vermittelten Kompetenzen auf das übergeordnete Bildungsziel hin auszurichten – im Falle der HNU wäre dies die Kompetenz, die Zukunft zu gestalten. Diese Eigenschaft ist für die Absolventinnen und Absolventen nicht nur im Berufsleben, sondern auch für deren Wirken in Wirtschaft und Gesellschaft wertvoll. In die Bewertung kann durch geeignete Bewertungskriterien nicht nur das Gelehrte und Gelernte, sondern auch das, was nicht gelehrt, aber zum Beispiel aus Fehlern gelernt wurde, in die Bewertung des Lernfortschritts einbezogen werden. Entscheidend ist dabei die Befähigung der Studierenden zum selbstgesteuerten Lernen durch Feedback zum Weiterentwicklungspotential.  

 

Prof. Kormann spricht beim Innovationsforum Digitales Prüfen 2022+ (Foto: Johanna Weber) (öffnet Vergrößerung des Bildes)
Prof. Kormann spricht beim Innovationsforum Digitales Prüfen 2022+ (Foto: Johanna Weber)