FLOAT

Wie lassen sich moderne Prothesen günstiger und zugleich leistungsfähiger gestalten? Ein Schlüssel liegt in Daten – genauer: in Bewegungsdaten der menschlichen Hand. Das VR-Spiel „FLOAT“, das Studierende des Studiengangs Game-Produktion und Management entwickelt haben, macht solche Daten erfass- und nutzbar. Hier geben das sechsköpfige Team Mouseworks und Prof. Dr. Antje Wild Einblicke in die Entstehung und Funktionsweise des Games. 

Das Bild zeigt das Logo des "bayerisch-schwäbischen Innovationspreis Transfer"

Nominiert für den Bayerisch-Schwäbischen  Innovationspreis Transfer 2026 der Hochschule Neu-Ulm

Weltweit sind über 30 Millionen Menschen auf eine Prothese angewiesen, können sich diese jedoch häufig nicht leisten. Das Start-up Myomod verfolgt das Ziel, diese Versorgungslücke zu schließen und die Kosten für hochwertige Prothesen deutlich zu senken. Eine zentrale Voraussetzung dafür ist die Erhebung umfangreicher, skalierbarer Trainingsdaten. Die liefert das VR-basierte Game FLOAT, das Studierende des Studiengangs Game-Produktion und -Management (GPM) an der HNU entwickelten: Nutzerinnen und Nutzer führen hier elf definierte Handgesten aus, während die dabei entstehenden Muskelaktivitäten über ein Armband erfasst werden. Die so gewonnenen Daten bilden die Grundlage, um Prothesenmodelle gezielt zu trainieren und deren Funktionalität weiter zu verbessern.

Teamfoto: die Köpfe hinter FLOAT

Das HNU-Team hinter FLOAT

Prof. Dr. Antje Wild 

verantwortet das Projekt gemeinsam mit Prof.  Michael Hebel, Prof.  Guido Kühn und Sebastian De Andrade. 

Kevin Bruno

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ist Leiter des studentischen Projektteams Mouseworks, bestehend aus Jennifer Bell, Kevin Bruno, Emil Judin, Lars Gohde, Sebastian Dreschmann und Marius Maucher. 

Der Praxispartner

Das FLOAT-Team mit Pooki (Mitte), den Spielerinnen und Spieler durch die Phantasiewelt navigieren müssen

Praxispartner MyoMod bringt die technologische und anwendungsorientierte Perspektive in das Projekt ein. Als Start-up im Bereich intelligenter Prothesentechnologien verfolgt MyoMod das Ziel, hochwertige Prothesen durch datengetriebene Ansätze zugänglicher und kosteneffizienter zu machen. Im Projekt stellte das Unternehmen insbesondere die fachlichen Anforderungen an die Datenerhebung und Modellierung bereit und begleitete die Entwicklung des VR-basierten Ansatzes als Bindeglied zwischen Forschung, Lehre und praktischer Anwendung. 

Interview mit Prof. Dr. Antje Wild und Kevin Bruno

[1] Wie würden Sie Ihr Projekt in drei Schlagworten beschreiben?

Games for Good

[2] Was ist das Besondere an Ihrem Projekt? 

Die unglaublich hohe Qualität dieses studentischen Transferprojektes. Diese zeigt sich auch im Erfolg des Spiels. Das Spiel wurde bereits über 10.000 Mal aus dem offiziellen Meta-Store heruntergeladen (über 95 % der Downloads stammen aus dem Ausland) und mit fünf nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet. 

[3] Was bedeutet Transfer für Sie?

Transfer heißt für uns: Wissen, das an der Hochschule entsteht, in einer Form in die Welt bringen, in der Menschen außerhalb der Hochschule davon profitieren. Nicht der Abschlussbericht, sondern das Produkt, das jemand benutzt, ist der eigentliche Beleg für erfolgreichen Transfer.

Genauso wichtig ist die Rückwirkung in die Hochschule: Studierende erleben, dass ihre Arbeit ein echtes Problem löst – und das verändert, wie sie lernen.

[4] Was nehmen Sie aus dem Projekt mit – fachlich, aber auch persönlich? 

Kevin Bruno: Fachlich hat FLOAT bewiesen, dass man sich als studentisches Team komplexe Zukunftstechnologien wie VR und Handtracking zeitgleich durch radikale Eigenverantwortung erschließen kann. Persönlich nehme ich mit, dass Schweiß und purer Einsatz jedes Einzelnen ein Projekt vom Standard abheben und wir gemeinsam über technische Grenzen hinausgewachsen sind, um am Stand der Technik zu bestehen. 

Prof. Dr. Antje Wild: Fachlich war FLOAT die Bestätigung, dass das Serious-Games-Format im 3. Semester ein erfolgreiches Transferinstrument ist, welches echten gesellschaftlichen Mehrwert erzielen kann. Persönlich beeindruckt mich, was Studierende leisten, wenn man ihnen ein echtes Problem, einen engagierten Partner und die richtigen Rahmenbedingungen gibt. Besonders gefreut hat es mich, wie die gesamte Hochschulcommunity der HNU das Team auf Ihrem Weg unterstützt hat. 

Mehr Info

Launch-Trailer des Projekts