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HNU er­hält Zu­schlag für Pro­jekt mit der Uni­ver­si­ty of Rwan­da

09.06.2021, Trans­fer :

Das Afrika-Institut der Hochschule Neu-Ulm (HNU) hat den Zuschlag in Höhe von 695.021,66 Euro für ein Projekt im DAAD-Förderprogramm „Praxispartnerschaften zwischen Hochschulen und Unternehmen in Deutschland und in Entwicklungsländern ab 2021“ erhalten.
 

Das Afrika-Institut der Hochschule Neu-Ulm erhielt die Förderung für ein gemeinsames Projekt mit der University of Rwanda und den Unternehmen SINA GERARD Ese URWIBUTSO, Sharkbite Innovation GmbH und En-Crops GmbH. Thema ist die Etablierung von Kreislaufwirtschaft im ruandischen Agrarsektor. Das Programm wird aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert.

Laut der EllenMacArthur Foundation verfolgt Kreislaufwirtschaft die Idee, „anstelle von linearen Wertschöpfungsketten Cradle-to-Cradle-Wertschöpfungskreisläufe zu schaffen, die die natürlichen ökologischen Prozesse von Abbau und Wachstum nachahmen, um Abfall zu vermeiden und die Lebenszyklen von Produkten und Materialien zu optimieren“ (Ellen MacArthur Foundation, 2017). In der ruandischen Landwirtschaft besteht großes Potenzial, um durch Kreislaufwirtschaft nachhaltige Entwicklung zu sichern.

Einführung eines neuen Masterstudiengangs: Circular Agro-Economics

Mit Unterstützung der Hochschule Neu-Ulm, die sich unter anderem auf die Geschäftsmodellentwicklung für Kreislaufwirtschaft spezialisiert hat, möchte die University of Rwanda einen interdisziplinären Masterstudiengang einführen, der Kreislaufwirtschaft, Agrarökonomie sowie angewandtes Entrepreneurship miteinander verknüpft: M.Sc. Circular Agro-Economics. Dieser soll von berufsbegleitenden Micro-Zertifikaten für Praktiker:innen flankiert werden. Der Studiengang greift auf ein Blended-Learning-Konzept zurück: Theorie wird mittels E-Learning vermittelt, praktische Kompetenzen werden in Kleingruppen vor Ort geschult. Die Entwicklung des Studiengangs wird von anwendungsbezogenen Forschungsvorhaben in der Entwicklung kreislaufbasierter Geschäftsmodelle in der Landwirtschaft sowie dem Mentoring von jungen Unternehmer:innen begleitet. Die erste Kohorte soll 2023 starten.

Zusammenarbeit mit drei ruandischen Unternehmen

Um einen größtmöglichen Praxisbezug zu gewährleisten, werden die beiden kooperierenden Bildungseinrichtungen von drei Unternehmen unterstützt. Sina Gerard ist ein Unternehmen mit Sitz in Nyirangarama, ca. 45 km entfernt von Kigali, das Agrarprodukte zu Lebensmitteln wie z.B. Backwaren, Saft oder Milchprodukten verarbeitet. Sharkbite Innovation ist eine Unternehmensberatung mit Fokus auf Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit sowie Erfahrung in der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit afrikanischen Ländern. En-Crops stellt biologische Bodenhilfsstoffe und Fertigerden her, die auf eine Rezeptur von Geomineralien, Huminstoffen, Extrakten und Biomasse sowie organischen und biologischen Reststoffen basieren, wie z.B. Hofdung, Grünschnitt oder Fischabfälle. Diese können durch ein spezielles Herstellungsverfahren weltweit mit lokalen Ausgangsstoffen hergestellt werden und dienen der Rekultivierung degradierter Böden sowie dem Aufbau von Anbauflächen in ariden Zonen. Das Herstellungsverfahren verkürzt den Verrottungsprozess von organischen und biologischen Reststoffen von Monaten auf Minuten und vernichtet schädliche Belastungen.

Flagge von Ruanda: oben blau mit einer gelben Sonne im rechten Eck, in der Mitte gelb und unten grün. (öffnet Vergrößerung des Bildes)
Flagge von Ruanda