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„Beyond AI“: Kreativität zwischen Handwerk und Automatisierung

25.06.2026, Transfer & Gründung:

Bedeutet Künstliche Intelligenz das Ende der Kreativität oder ihre Renaissance? Dieser Frage widmete sich am 11. Juni 2026 der HNU Design Talk im Innovation Space der Hochschule Neu-Ulm (HNU). Zu Gast war Jens Franke, Mitgründer und Geschäftsführer der nion digital GmbH, der unter dem Titel „Beyond AI“ mit dem Publikum darüber diskutierte, wie KI die Designdisziplin verändert und was das für Handwerk, Kreativität und Exzellenz bedeutet.

Die HNU Design Talks sind eine Veranstaltungsreihe im Innovation Space der HNU. In lockerer Atmosphäre gehen Expertinnen und Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft den wichtigen Fragen rund um Design, Innovation und User Experience auf den Grund und laden ihr Publikum dazu ein, sich gemeinsam mit ihnen auf Spurensuche zu begeben. Beim mittlerweile fünfzehnten Talk der Reihe waren 50 Teilnehmende dabei.

Durch den Abend führten Prof. Patricia Franzreb und Prof. Danny Franzreb.

Design im Spannungsfeld der KI

In seinem Vortrag zeigte Jens Franke anhand konkreter Beispiele, welche neuen Möglichkeiten und Herausforderungen Künstliche Intelligenz für die Designdisziplin eröffnet, von User Experience über Produktdesign bis zur Gestaltung digitaler Anwendungen. Seit 25 Jahren arbeitet er an der Schnittstelle von Strategie, Design und Technik. Entsprechend ordnete er ein, welche Potenziale in der aktuellen Entwicklung stecken und welche Anforderungen sie an Gestalterinnen und Gestalter stellt. Im Mittelpunkt stand dabei das Spannungsfeld zwischen Handwerk, Kreativität, Exzellenz und Automatisierung.

Sein Blick auf KI ist dabei klar positiv, aber differenziert. Vor allem zu Beginn eines Projekts, ob analoges Produktdesign oder App, helfe KI, Ideen schnell zu visualisieren und den Designprozess zu beschleunigen. Wie weit eine gute Idee tragen kann, zeigte er am Beispiel der Pitch-Coach-App des erst 22-jährigen Anton Baranov. Gleichzeitig benannte er die eigentliche Gefahr: dass wir das Vorausdenken an die KI abgeben. 

Renaissance statt Ende: Kreativität bleibt menschlich

Wenn alle dieselben Werkzeuge nutzen, was macht dann noch den Unterschied? Diese Frage, die Jens Franke aufwarf, führte mitten in seinen Kerngedanken. Für ihn liegt die Antwort nicht in der Technik, sondern im Menschen. Er zog eine Parallele zur Renaissance und las die heutige Umbruchphase als Chance: nicht das Ende der Kreativität, sondern ihre Wiedergeburt. Entscheidend bleibe der interdisziplinäre und menschliche Austausch, der kritische Blick von und mit anderen. Oder, wie es auf einer seiner Folien hieß: „Creativity lives out there, in exchange with other humans.“ Das, erklärte Franke, ersetze keine KI.

Im Anschluss diskutierten die Gäste angeregt mit. Eine Spannung, die Franke selbst aufgemacht hatte, zog sich dabei durch: Kreativität als Dienstleistung, um Lösungen zu finden, und Kreativität als Ausdruck der eigenen Ideen und der eigenen Sicht auf die Welt. Genau dieses Spannungsfeld bot reichlich Stoff für Diskussionen.

Kontakt

Janine Anderson

Managing Lead Innovation & Founders Space

Wissenschaftliche Mitarbeiterin für das Gebiet User Experience Design

Telefon: 0731/9762-1564

Standort: John-F.-Kennedy-Str. 5-7, I.0.07

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