Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten

Die Finanzierung einer berufsbegleitenden Weiterbildung kann eine Herausforderung sein. Glücklicherweise gibt es zahlreiche Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten, die Studierende unterstützen können. Im Folgenden finden Sie eine Übersicht der wichtigsten Optionen, natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Stipendien

Deutschlandstipendium

Deutschland braucht leistungsfähigen Nachwuchs. Deshalb unterstützen der Bund und private Förderer engagierte und talentierte Studierende mit dem Deutschlandstipendium.  Es wird einkommensunabhängig vergeben und beträgt 300 Euro monatlich. Die Förderung erfolgt zur Hälfte durch den Bund und zur Hälfte durch private Geldgeber. Dieses Bündnis aus zivilgesellschaftlichem Engagement und staatlicher Förderung ist das Besondere am Deutschlandstipendium. Der Leistungsbegriff, der dem Stipendium zugrunde liegt, ist bewusst weit gefasst: Gute Noten und Studienleistungen gehören ebenso dazu wie die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, gesellschaftliches Engagement oder das erfolgreiche Meistern von Hindernissen im eigenen Lebens- und Bildungsweg.

Weitere Informationen hier (öffnet neues Fenster)

Weiterbildungsstipendium

Das Weiterbildungsstipendium des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) richtet sich an junge Fachkräfte unter 25 Jahren, die sich nach einer Berufsausbildung weiterqualifizieren möchten. Sollten Sie Elternzeit beansprucht oder einen Freiwilligendienst geleistet haben, können in Ausnahmefällen bis zu drei Jahre auf die Altersgrenze aufgerechnet werden. Das Stipendium bietet finanzielle Unterstützung von bis zu 9.135 Euro über drei Jahre. Bei jeder Fördermaßnahme beträgt der Eigenanteil 10 Prozent. Im ersten Jahr der Förderung kann zusammen mit der ersten Bildungsmaßnahme ein IT-Bonus von 250 Euro für die Anschaffung eines Computers beantragt werden. Es kann sich dabei sowohl um eine klassische Weiterbildung als auch um ein Studium handeln. Zu beachten ist, dass das Bildungsangebot berufsbegleitend durchgeführt werden muss.  

Alle Details dazu finden Sie hier (öffnet neues Fenster)

Aufstiegsstipendium

Das Aufstiegsstipendium unterstützt Berufserfahrene, die ein erstes Hochschulstudium aufnehmen möchten. Es richtet sich an besonders motivierte Fachkräfte mit Berufsausbildung und Praxiserfahrung. Die Förderung beträgt 3.045 Euro jährlich für berufsbegleitende Studiengänge und ist einkommensunabhängig.

Umfassende Informationen, auch zum Auswahlverfahren, finden Sie hier (öffnet neues Fenster).

Fördermöglichkeiten durch den Arbeitgeber

Bildungsurlaub

Bildungsurlaub ist ein gesetzlich verankerter Anspruch auf bis zu fünf Tage bezahlte Freistellung pro Jahr für Weiterbildungsmaßnahmen. In den meisten Bundesländern, außer Bayern und Sachsen, haben Arbeitnehmer Anspruch auf Bildungsurlaub. Die Kosten für die Weiterbildung trägt der Arbeitnehmer, während der Arbeitgeber das Gehalt weiterzahlt

Wir sind eine anerkannte Bildungseinrichtung nach § 10 Absatz 3 Bildungszeitgesetz Baden-Württemberg (BzG BW). Wenn Sie in Baden-Württemberg erwerbstätig sind, können Sie sich bis zu fünf Tage pro Jahr für Ihre Weiterbildung bei uns freistellen lassen.

Hier (öffnet neues Fenster) finden Sie weiterführende Zusatzinformationen zum Thema Bildungsurlaub.

Arbeitgeber nach einer Förderung fragen

Viele Arbeitgeber unterstützen die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter finanziell, insbesondere wenn diese im Interesse des Unternehmens liegt. Dies kann durch direkte Zuschüsse, Freistellungen oder die Übernahme von Studiengebühren erfolgen. Es lohnt sich, das Gespräch mit dem Arbeitgeber zu suchen und individuelle Fördermöglichkeiten zu besprechen. Schließlich ist Ihr Arbeitgeber derjenige, der in erster Linie von Ihrer Weiterbildung profitiert. Sie haben nach erfolgreichem Abschluss einen deutlichen Mehrwert für das Unternehmen, was sich unter anderem auch finanziell positiv bei Ihrem Arbeitgeber bemerkbar machen kann. Von daher ist es für Arbeitgeber durchaus sinnvoll, in das Mitarbeiterkapital zu investieren.

Europäische Sozialfonds Plus (ESF+) in Bayern

Der Europäische Sozialfonds Plus (ESF+) in Bayern bietet eine Förderung von bis zu 40 % für Projekte zur Qualifizierung von Beschäftigten. Ziel dieser Förderung ist es, die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen durch berufliche Weiterbildung und den Ausbau von Fortbildungssystemen zu stärken. Im Fokus steht dabei die Anpassung der Arbeitskräfte an die aktuellen Anforderungen des Arbeitsmarktes. Unternehmen, die ihre Mitarbeitenden fördern möchten, können Anträge auf ESF+-Mittel stellen.

Genauere Infos finden Sie hier (öffnet neues Fenster).

 

Weitere Finanzierungsmöglichkeiten

Studienkredite

Studienkredite sind eine flexible Finanzierungsmöglichkeit für Studierende, die ihre Ausbildungskosten decken müssen. Sie bieten monatliche Auszahlungen, die unabhängig vom Einkommen und ohne Sicherheiten gewährt werden. Nach Abschluss des Studiums erfolgt die Rückzahlung in der Regel zu günstigen Konditionen und mit flexiblen Rückzahlungsplänen. Studienkredite ermöglichen es Studierenden, sich voll auf ihr Studium zu konzentrieren, ohne sich um finanzielle Engpässe sorgen zu müssen.

Bildungsfonds

Bildungsfonds sind eine alternative Finanzierungsmöglichkeit für Studierende, die neben klassischen Studienkrediten existiert. Bildungsfonds funktionieren nach dem Prinzip des umgekehrten Generationenvertrags: Investoren geben Geld in den Kreislauf. Davon werden Nachwuchsakademiker und -akademikerinnen finanziert und für ihren Erfolg trainiert und gecoacht. Wenn sie später im Berufsleben stehen, zahlen sie monatlich einen Betrag an den Studienfonds. Die Zahlungen bemessen sich am Einkommen, sodass jeder Einzelne grundsätzlich vor Überschuldung geschützt ist. Hier die wichtigsten Fakten:

  1. Finanzielle Unterstützung: Studierende erhalten monatliche Auszahlungen, die ihre Lebenshaltungskosten decken sollen. Zusätzlich bieten viele Bildungsfonds weitere Unterstützungen wie Networking, berufsvorbereitende Kurse oder Soft-Skill-Entwicklungen
  2. Rückzahlung: Nach Abschluss des Studiums verpflichten sich die Studierenden, einen bestimmten Anteil ihres Einkommens an den Fonds zurückzuzahlen. Diese Rückzahlung kann abhängig oder unabhängig vom zukünftigen Verdienst sein
  3. Voraussetzungen: Bildungsfonds richten sich oft an Studierende mit guten bis sehr guten Leistungen und einer positiven Berufsperspektive. Die Auswahl erfolgt häufig über ein Assessment-Center
  4. Anbieter: Es gibt sowohl institutionelle als auch private Anbieter von Bildungsfonds. 

Steuerliche Absetzbarkeit

Kosten für berufliche Weiterbildungen können in der Steuererklärung als Werbungskosten oder Sonderausgaben geltend gemacht werden. Dazu zählen Studiengebühren, Fachliteratur, Fahrtkosten und andere mit dem Studium verbundene Ausgaben. Dies kann die Steuerlast erheblich senken

Für Selbstständige gelten diese Ausgaben als Betriebsausgaben.

Ausführliche Informationen finden Sie hier (öffnet neues Fenster).