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Wann erreicht die globale Erwärmung die kritische Marke?

11.08.2021, Studium:

Laut aktuellem Bericht des Weltklimarats IPCC werden die 1,5 und 2 Grad Marken im Laufe dieses Jahrhunderts überschritten – wenn nicht entschieden gegengesteuert wird. Was passiert, wenn Studierende der Betriebswirtschaft an den Schalthebeln der wirtschaftlichen und politischen Entwicklung sitzen? Genau das können sie im digitalen Planspiel KEEP COOL mobil, einer Wirtschafts- und Klimasimulation, herausfinden.

New York, Tokio oder Rio de Janeiro – in KEEP COOL mobil übernehmen die Spieler/innen die Führung globaler Metropolen. Sie gestalten den Wachstumspfad ihrer Wirtschaft und beteiligen sich an Forschungsprojekten zu Technologien etwa im Bereich der Windkraft, Photovoltaik oder Energiespeicherung. Sie setzen sich mit politischen Forderungen z.B. von Umweltverbänden und Bürgern auseinander und nehmen Einfluss auf die Entscheidungen internationaler Klimakonferenzen. Von den Folgen des Klimawandels werden die Städte mit dramatischen Auswirkungen getroffen; mit Anpassungs- bzw. Schutzmaßnahmen kann man dem ein Stück weit vorbeugen. Beginnend im Jahr 2000 müssen die Spieler/innen über 100 Spieljahre hinweg permanent zwischen den wirtschaftlichen Interessen der eigenen Stadt und dem globalen Klimaschutzziel abwägen – die Temperaturanzeige im Spiel gibt darüber Aufschluss, ob das Ausbalancieren gelingt. Das Spieldesign wurde von Prof. Dr. Klaus Eisenack, Nils Marscheider und weiteren Projektbeteiligten an der Humboldt-Universität zu Berlin ursprünglich für den Einsatz z.B. auch in Schulen entwickelt.
 

Spielerisch den CO2-Emissionshandel erkunden

„Mit zusätzlichen Elementen kann man individuelle Themen flexibel aufnehmen und im wirtschaftswissenschaftlichen Kontext mit hohem Praxisbezug diskutieren“, berichtet HNU-Professor Gutiérrez. Er hat das Spiel zu wiederholtem Male als einen Programmpunkt in seiner aktuellen Praxiswoche, diesmal mit paralleler Interaktion in Zoom, eingesetzt. Als zusätzlichen Baustein hat Prof. Gutiérrez ein Konzept für einen CO2-Emissionshandel entwickelt, der via Zoom durchgeführt wurde. Die konkrete Ermittlung eines Marktpreises für die CO2-Zertifikate und die Abgabe von Verkaufs- und Kaufangeboten fanden in der Zoom-Haupt-Session statt. Für individuelle Verhandlungsprozesse konnten sich die Studierenden in die Breakout-Sessions zurückziehen oder den Chat nutzen. Auch wenn im Kontext eines Spiels beim CO2-Emissionshandel naturgemäß gewisse Vereinfachungen notwendig waren, so machte die Durchführung dennoch die aktuelle Diskussion zur Bepreisung von CO2 auf spielerische Weise erlebbar. Insbesondere durch die Mengenbeschränkung der Zertifikate konnte das Erreichen der 1,5 Grad Marke im Spiel ca. auf das Jahr 2055 hinausgezögert und die simulierte globale Erwärmung schließlich auf 1,8 Grad im Jahr 2100 begrenzt werden.
 

Ansprechpartner

Prof. Dr. Michael Gutierrez

 (öffnet Vergrößerung des Bildes)
Digitales Planspiel KEEP COOL mobil - Eine Wirtschafts- und Klimasimulation

Quellen und weiterführende Links

(alle o.g. Seiten abgerufen am 10.08.2021)