Bundesweit sichern telemedizinische Schlaganfallnetzwerke wie das Neurovaskuläre Netzwerk Südwestbayern (NEVAS) die schnelle Versorgung von Patientinnen und Patienten, insbesondere in Kliniken ohne eigene neurologische Abteilung. Hier knüpft das Projekt NEVAS:On an: Ziel ist es, das pflegerische und therapeutische Fachwissen in den beteiligten Kliniken zu stärken und so die Versorgungsqualität zu verbessern. Dafür erhoben Anna Riesberg und Nadine Seifert, Promovendinnen an der HNU und der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), die Lernbedarfe von Pflegefachkräften und Therapeuten. Auf dessen Grundlage wurden interaktive digitale Schulungen erstellt und mittels quantitativer Umfragen im Prä-Post-Design evaluiert.
Schlaganfallkongress bot interdisziplinären und multiprofessionellen Austausch
Der 1. Deutsche Schlaganfallkongress, der vom 4. bis 6. September 2025 in Berlin stattfand, bot den beiden Doktorandinnen die Möglichkeit, ihr Projekt im Rahmen von zwei Vorträgen einer breiteren Fachöffentlichkeit vorzustellen: Erstmalig kamen hier alle an der Versorgung von Schlaganfall-Patientinnen und -Patienten Beteiligte zu einem interdisziplinären und multiprofessionellen Austausch zusammen, um über Versorgung, Forschung und Prävention von Schlaganfällen zu diskutieren. Veranstaltet wurde der Kongress von der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DGS); Partner war die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe.
NEVAS:On!: flexible Lösung für digitale Fortbildungen
Im ersten Vortrag präsentierten Anna Riesberg und Nadine Seifert das Projekt NEVAS:On! beim Kursbetreibertreffen, des DSG-zertifizierten Qualifikationskurs ‚Stroke Nurse für Pflegekräfte‘. Den zweiten Vortrag hielten sie im Rahmen des „Best Practice“ auf dem Stroke-Unit-Betreibertreffen. Der Hintergrund: Alle Stroke Units sind verpflichtet, Fortbildungen für ihre Teams anzubieten. Aufgrund des Schichtsystems erreichen diese jedoch oft nur wenige Mitarbeitende, was den Lerneffekt erheblich mindert. Mit ihrem digitalen Fortbildungstool stellten die beiden Forscherinnen des Instituts DigiHealth eine Lösung vor, die Pflegefach- und Therapiepersonal nicht nur eine breite und flexible Teilnahme ermöglicht, sondern auch schafft Wissenslücken zu schließen, das Gelernte in der Praxis einzusetzen und ihre Motivation und Sicherheit im Umgang mit Schlaganfallpatienten zu steigern.
Die Promotionsvorhaben werden Prof. Dr. Jan Rémi, PD Dr. Florian Schöberl und Prof. Dr. Lars Kellert (Neurologische Klinik und Poliklinik, LMU Klinikum, Campus Großhadern) und Prof. Dr. Walter Swoboda (HNU) betreut.
Ansprechparterinnen
Anna Riesberg
Nadine Seifert






