Meta-Analysen belegen es: Gaming-Fähigkeiten können mit berufsrelevanten Fähigkeiten wie strategischem Denken, Entscheidungsfindung oder Teamarbeit in Verbindung gebracht werden. Doch kommt der mögliche Kompetenzvorteil auch bei der Jobsuche zum Tragen?
HNU-Wirtschaftspsychologe Prof. Dr. Johannes Basch, Dr. Marie Ohlms von der Universität Freiburg und HNU-Alumna Maria Hepfengraber sind dieser Frage auf den Grund gegangen: Sie haben erforscht, wie Gaming-Fähigkeiten den Eindruck von Bewerberinnen und Bewerbern während der Vorauswahl beeinflussen. Den Ausgangspunkt der Studie bildete die Bachelorarbeit von HNU-Studentin Linn Hermann, die die drei Forschenden entsprechend weiterentwickelten. In ihrem Versuchsdesign stellten sie mit Gaming und Mannschaftssport zwei unterschiedliche Freizeitaktivitäten und Leistungsniveaus (neutral vs. hoch) gegenüber und bewerteten, wie die Studienteilnehmenden einen fiktiven Bewerber jeweils wahrnahmen.
Erfolg im Hobby: nicht bei jeder Freizeitbeschäftigung gleichermaßen wertgeschätzt
Die Ergebnisse: Bewerbende, die Gaming neben einer Einzelsportart als Hobby angeben, werden in Bezug auf ihre Beschäftigungsfähigkeit und die Qualität ihres Lebenslaufs schlechter bewertet als diejenigen, die zusätzlich eine Mannschaftssportart angeben. Dies trifft sogar dann zu, wenn die betreffende Person ihr Hobby auf professionellem Niveau betreibt, also beispielsweise das Game League of Legends in der Prime League spielt. Wichtiger als das Niveau der Freizeitaktivität scheint demnach zu sein, um welches Hobby es sich handelt.
Unterschätzte Game-Fans? Anstoß zu einem Perspektivwechsel im Recruiting
Damit leistet die Studie einen wichtigen Beitrag für ein besseres Verständnis, wie sich Gaming-Skills im Kontext der Personalauswahl interpretieren lassen. Personalverantwortlichen und Expertinnen und Experten aus der Arbeits- und Organisationspsychologie stellt sie die Frage, ob in Auswahlprozessen immer noch vor allem traditionelle Signale wie sportliche Aktivitäten berücksichtigt werden – während neuere Formen der Kompetenzentwicklung weniger Beachtung finden.
Zur Publikation
J. M. Basch, M. L. Ohlms, and M. Hepfengraber, “Game Over or Game Changer? The Impact of Applicants’ Gaming Skills on Their Hirability,” Journal of Personnel Psychology, vol. 0, no. 0, Nov. 2025. Online unter: https://econtent.hogrefe.com/doi/10.1027/1866-5888/a000376.
Ansprechpartner
Prof. Dr. Johannes Basch





