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HNU-Forschungsprofessor untersucht Treiber der zirkulären Wertschöpfung

21.04.2026, Forschung:

In zwei im Journal of Circular Economy erschienenen Publikationen widmet sich Prof. Dr. Tassilo Schuster, Forschungsprofessor an der Hochschule Neu-Ulm (HNU), der zirkulären Wertschöpfung: Untersucht wird der Digital Product Passport (DPP) als Enabler für die Transformation zur zirkulären Wirtschaft sowie der Einsatz von Daten und digitalen Technologien für ein smartes zirkuläres Ökosystem. 

Beide Publikationen liefern Unternehmen und Entscheidungsträgern zentrale Impulse dafür, wie datengetriebene Ansätze für die praktische Umsetzung und Skalierung zirkulärer Wertschöpfung genutzt werden können. 

Digital Product Passport als Katalysator für zirkuläre Wirtschaft

Unter dem Titel „Digital Product Passport: A Digital Catalyst for a Circular Transformation“ untersuchen die Forschenden, wie der Digital Product Passport (DPP) als strukturierter Datenraum entlang des gesamten Produktlebenszyklus Transparenz schaffen und damit zirkuläre Strategien wie Wiederverwendung, Reparatur und Recycling gezielt unterstützen kann. Dabei wird deutlich, dass der DPP weit über ein reines Regulierungsinstrument hinausgeht und zunehmend als infrastrukturelle Grundlage für zirkuläre Wertschöpfungssysteme verstanden werden muss. Sein zentraler Mehrwert liegt in der Verfügbarkeit, Strukturierung und Interoperabilität von Produktdaten, die erst transparente und nachvollziehbare Kreisläufe ermöglichen. Gleichzeitig ist die Umsetzung nicht nur eine technische Herausforderung, sondern erfordert eine hohe Datenqualität, geeignete Governance-Strukturen sowie die Fähigkeit, Informationen über Unternehmens- und Branchengrenzen hinweg zu teilen. Das Fazit der Autorinnen und des Autors: Der DPP darf nicht isoliert, sondern nur als Teil eines umfassenden digitale Ökosystems verstanden werden. Erst im Zusammenspiel von Herstellern, Zulieferern, Recyclingunternehmen und Plattformanbietern in interoperablen Datenräumen entfaltet er sein volles Potenzial. 

Daten und digitale Technologien für ein zirkuläres Ökosystem

Die unter dem Titel „Towards a Smart Circular Ecosystem in the Automotive Industry: The Role of Data and Digital Technologies“ dargelegten Untersuchungsergebnisse zeigen, inwiefern Daten als Enabler für zirkuläre Wertschöpfung in der Automobilindustrie fungieren: Als verbindendes Element entlang des gesamten Fahrzeug- und Komponentenlebenszyklus schaffen sie Transparenz über Materialflüsse und ermöglichen zugleich die systematische Nutzung von Produkt- und Nutzungsdaten für Reparatur-, Wiederverwendungs- und Remanufacturing-Prozesse. Auf dieser Basis entstehen neue datenbasierte und zirkuläre Geschäftsmodelle. Gleichzeitig verdeutlichen die Forschenden, dass technologische Lösungen allein nicht ausreichen, sondern insbesondere die Zusammenarbeit entlang komplexer, stark vernetzter Wertschöpfungsketten entscheidend ist. Datenverfügbarkeit und -qualität, gemeinsame Standards sowie Vertrauen zwischen den Akteuren stellen dabei zentrale Voraussetzungen dar. Gelingen kann der Übergang zu einem smarten zirkulären Ökosystem nur dann, wenn digitale und nachhaltige Transformation konsequent integriert werden – bislang lässt ihre getrennte Betrachtung erhebliche Potenziale ungenutzt. 

Zu den Publikationen

Dietrich, K., Schuster, T., & Bühler, L. (2025). Digital Product Passport: A Digital Catalyst for a Circular Transformation. Journal of Circular Economy, 3(2).60-83 
DOI: https://doi.org/10.55845/joce-2025-32212

Fendt, D., Schuster, T., & Hamper, A. (2026). Towards a Smart Circular Ecosystem in the Automotive Industry: The Role of Data and Digital Technologies. Journal of Circular Economy, 3(5). 70-99 
DOI: https://doi.org/10.55845/joce-2026-3527


Ansprechpartner
Prof. Dr. Tassilo Schuster