Unter dem Titel „The Multifaceted Role of Trust in Circular Ecosystems: A Systematic Literature Review and Research Agenda“ analysieren die beiden HNU-Forschenden auf Basis einer systematischen Auswertung von 73 wissenschaftlichen Studien, wie sich Vertrauen über den gesamten Lebenszyklus solcher Kooperationen entwickelt und welche Faktoren erfolgreiche Zusammenarbeit fördern. Dabei zeigt sich ein Übergang von einem zunächst absicherungsbasierten Vertrauen, wie es etwa durch Verträge oder digitale Technologien unterstützt wird, hin zu einem langfristig wertebasierten Vertrauen zwischen den Beteiligten. Besonders relevant ist dabei die Erkenntnis, dass dieser Prozess nicht immer linear verläuft. Unter bestimmten Voraussetzungen können Akteure einzelne Stufen überspringen („Leapfrogging“), beispielsweise wenn bereits zu Beginn gemeinsame Nachhaltigkeitsziele, Werte oder ein starkes gemeinsames Problembewusstsein bestehen.
Die Ergebnisse verdeutlichen zudem, dass digitale Technologien wie Plattformen oder Blockchain zwar Transparenz schaffen und den Aufbau von Kooperationen erleichtern können, langfristig jedoch persönliche Beziehungen und gemeinsame Werte nicht ersetzen.
Für Unternehmen ergibt sich daraus die zentrale Erkenntnis, dass erfolgreiche Circular-Economy-Strategien neben technologischen Lösungen vor allem auf aktiven Beziehungsaufbau, klare gemeinsame Zielbilder und eine kontinuierliche Zusammenarbeit angewiesen sind.
Zur Publikation
Hoeck, I., and T. Schuster. 2026. “The Multifaceted Role of Trust in Circular Ecosystems: A Systematic Literature Review and Research Agenda.” Business Strategy and the Environment1–21. https://doi.org/10.1002/bse.71021.
Ansprechpartnerin
Inken Hoeck
Wissenschaftliche Mitarbeiterin für die Bereiche Geschäftsmodelle, Mobilität und Energie, Sales and Sustainable Business Institute






