Verraten Sie uns etwas über Ihren bisherigen Werdegang?
Nach meinem Abitur begann ich 2009 ein duales Studium im Bereich Elektrotechnik und Informationstechnik (ETTI) an der Universität der Bundeswehr in München in Kooperation mit dem Bundesnachrichtendienst (BND), welches ich 2012 erfolgreich abschloss. Anschließend war ich noch bis 2016 beim BND tätig, während ich parallel privat ein Studium der IT-Sicherheit an der Universität Bochum in Zusammenarbeit mit der isits AG absolvierte.
Mehr darf ich leider nicht dazu sagen.
Von 2017 bis 2023 war ich als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Doktorand an der Fakultät Elektrotechnik und Informatik (EI) der Hochschule Ravensburg-Weingarten unter der Betreuung von Prof. Dr. Tobias Eggendorfer tätig, der inzwischen an der Technischen Hochschule Ingolstadt arbeitet. Mein Schwerpunkt lag im Bereich der IT-Sicherheit und Forensik, mit besonderem Fokus auf der Kryptanalyse von RSA, die ich in meiner Dissertation untersuchte. Dabei erforschte ich den Einsatz von Machine Learning zur Analyse von Primzahlen, um eine effizientere Primfaktorzerlegung und damit eine verbesserte Kryptanalyse von RSA zu ermöglichen. Das genaue Thema hieß: Analyzing the Potential for a Prime Detection and Integer Factorization Method for use in Machine Learning by means of Prime Characteristics, Statistics and Geometry.
Von Mai 2023 bis Februar 2025 war ich Professor an der Technischen Hochschule Nürnberg für IT-Sicherheit. Ab März 2025 bin ich nun an die Hochschule Neu-Ulm (HNU) gewechselt, um dort neue Herausforderungen anzunehmen und meine Expertise im Bereich der IT-Sicherheit weiter einzubringen.
Wo liegen Ihre Lehr- und Forschungsschwerpunkte und was interessiert Sie derzeit im Besonderen?
Ich beschäftige mich leidenschaftlich mit allem, was mit Security und Hacking zu tun hat, auch wenn das Feld unglaublich groß und vielfältig ist.
Meine Schwerpunkte liegen insbesondere in der Kryptographie, was sich auch in meinem Promotionsthema widerspiegelt, sowie in verschiedenen Aspekten der IT-Sicherheit. Besonders interessiert mich dabei OSINT (Open Source Intelligence), also die Nutzung öffentlich zugänglicher Informationen für Sicherheitsanalysen. Das ist so ein neues Forschungsfeld bei mir.
Gerade die Verbindung von Kryptographie und praktischer IT-Sicherheit fasziniert mich, da sie entscheidend für den Schutz digitaler Systeme ist und ständig neue Herausforderungen mit sich bringt. Leider komme ich nur wenig zum Forschen, da der Fokus aktuell auf dem Aufbau und der Entwicklung neuer Themenschwerpunkte für Vorlesungen liegt.
Persönliches
Mein Fachgebiet in drei Worten:
... innovativ, komplex, herausfordernd
Die HNU ist:
... einfach nur cool.
Diesen Satz höre von meinen Studierenden am liebsten:
„Das habe ich jetzt verstanden!“
Meine aktuelle Lektüre:
Fachliteratur jeglicher Art
Meine nächste Publikation:
… überlasse ich noch dem Zufall.
Das erste, was ich morgens an meinem Arbeitsplatze mache:
Als erstes setze ich mich hin, atme kurz durch und verschaffe mir einen Überblick über den Tag. Dann gehe ich die wichtigsten Aufgaben an und starte mit dem, was am dringendsten oder spannendsten ist.
Was steht immer auf Ihrem Schreibtisch?
Mein Laptop und eine Flasche Cola
Weshalb sind Sie Professor geworden?
Rückblickend war mein Werdegang stark vom Zufall geprägt. Ich hatte nie das Ziel, Professor zu werden. Diese Möglichkeit ergab sich erst gegen Ende meiner Promotionszeit.
Schon immer hatte ich große Freude am Lehren und Unterrichten, sodass ich (weit) in der Vergangenheit sogar über den Beruf des Lehrers nachgedacht habe. In der Professur habe ich nun die Möglichkeit, genau diese Begeisterung für die Lehre auszuleben und gleichzeitig meine Expertise im Bereich der Informationssicherheit sowohl einzubringen als auch selbst weiterzubilden.
Besonders schätze ich die Gestaltungsfreiheit in diesem Beruf. Es gibt mir die Chance, den Fachbereich aktiv weiterzuentwickeln und Studierende für die IT-Sicherheit zu begeistern.
Was machen Sie am liebsten, wenn Sie nicht gerade an der HNU lehren und/oder forschen?
Klar, momentan muss ich viel Zeit in die Vorbereitungen stecken. Als ich selbst Student war, hat man das gar nicht so wahrgenommen, aber jetzt als Professor ist es doch nochmal anders, was für eine Arbeit dahintersteckt.
Abgesehen von der Arbeit versuche ich, mit Sport im Fitnessbereich meinen Ausgleich zu finden. Der Sonntag ist bei mir, so gut es geht, Familientag mit Ausflügen wie Wandern, Schwimmen oder allem, was einem spontan einfällt oder das Wetter gerade zulässt. Kurz gesagt ich reise schon gerne.
Jetzt, da ich wieder in Ulm bin, habe ich auch die Gelegenheit, alte Freundschaften etwas stärker wiederzubeleben, was mir besonders gut gefällt.
Was kann man in Ihren Veranstaltungen lernen?
In meinen Seminaren und Vorlesungen bekommen die Studierenden vor allem einen Überblick über viele verschiedene Themenbereiche, die alle eng miteinander verzahnt sind.
Der Security-Aspekt steht dabei immer im Vordergrund. IT-Sicherheit ist ein komplexes Feld, das aus vielen einzelnen Bausteinen besteht, die man verstehen und sinnvoll verknüpfen muss.
Geplant sind Vertiefungen in Kryptographie, Cyber Security, Digitale Forensik und Hacking. Darüber hinaus unterrichte ich auch Grundlagenfächer, die allerdings, weil ich nicht anders kann, immer einen Hauch von Security mitbekommen.
Kurz gesagt: Es wird vielfältig mit mir!
Wie waren Ihre ersten Wochen an der HNU?
Meine ersten Tage und Wochen an der HNU sind immer noch sehr spannend. Ich lerne ständig neue Gesichter kennen und sammle jede Menge Eindrücke. Gleichzeitig gibt es unglaublich viel Input, gefühlt in Mega- bis Gigabyte-Dimensionen, den es zu verarbeiten gilt.
Auch wenn ich bereits Erfahrung an anderen Hochschulen sammeln durfte, ist doch jede Hochschule ein wenig anders. Besonders die zahlreichen internen Kürzel stellen meinen Arbeitsspeicher vor so manche Herausforderung. Aber genau das macht den Einstieg auch interessant und abwechslungsreich!
Was hat Sie gerade nach Neu-Ulm an die HNU geführt? Was gefällt Ihnen an der Region?
Dass ich als gebürtiger Ulmer irgendwann wieder in die Region zurückkehren würde, hätte ich nicht gedacht. Während meiner Studienzeit und meines bisherigen Berufslebens hat es mich von München nach Berlin und Bonn verschlagen. Mit meiner Anstellung als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule Weingarten kam ich dann wieder näher an meine Heimat.
Als ich den Ruf nach Nürnberg erhielt, sah es zunächst danach aus, dass mein Weg und damit auch der meiner Familie in diese Richtung weitergehen würde. Doch dann spielte, wie so oft in meinem Werdegang, der Zufall eine Rolle, und ich erhielt die Möglichkeit, eine Professur in Neu-Ulm anzunehmen.
Da ich mit der Region stark verwurzelt bin, freue ich mich sehr, hier zu sein. Viele Orte kenne ich noch aus meiner Kindheit. Das Wiley-Gelände etwa habe ich noch ganz anders in Erinnerung, inklusive der amerikanischen Truppen, die damals hier stationiert waren. ;-)
Entweder | Oder
Sushi oder Spätzle? Spätzle
Camping oder Hotel? Hotel
Buch oder Film? Film
Allgäuer Alpen oder Bodensee? Beides
Kaffee oder Tee? Weder noch… Cola
Fahrrad oder Auto? Beides
Sofa oder Sessel? Sofa
Zettelwirtschaft oder Notizbuch-App? Zettelwirtschaft
Waldspaziergang oder Großstadttrip? Waldspaziergang







