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Interkultureller Entrepreneur-Hackathon in Kapstadt fördert nachhaltige Entwicklung der Fischereiwirtschaft in Uganda

06.12.2024, Studium:

Innovative Lösungen und globale Zusammenarbeit standen im Fokus eines Entrepreneur-Hackathons, der in Kooperation mit der Small Business Clinic der University of the Western Cape (UWC) und Industriepartnern aus Kapstadt und Uganda im November 2024 an der UWC stattfand. 16 Studierende der Hochschule Neu-Ulm (HNU) entwickelten dort gemeinsam mit 25 Kommilitoninnen und Kommilitonen der UWC und des Uganda Management Institute (UMI) praxisnahe Lösungen für reale Herausforderungen lokaler Unternehmen. Alle Arbeiten wurden im Rahmen einer öffentlichen Ergebniskonferenz präsentiert. 

Der Hackathon zeichnete sich durch eine große Vielfalt an Aufgabenstellungen aus, die alle von Unternehmen aus Südafrika und Uganda eingebracht wurden. Die externen Partner – darunter fünf lokale Kleinunternehmen, der Hightech-Think-Tank Cape Town sowie das Katosi Fish Landing Uganda – standen während der Bearbeitung der Use Cases als Kunden und Interviewpartner zur Verfügung. Dabei ging es unter anderem um:

  • die Entwicklung eines KI-gestützten Chatbots für eine lokale Fahrzeugvermietung, der die Eingabe von Unfalldaten erleichtern soll,
  • das Branding eines Table-Mountain-Mineralwassers,
  • eine neuen Marketing- und Vertriebsstrategie für Arbeitsbekleidung sowie
  • die Entwicklung eines Webauftritts für einen Anbieter von Ferienwohnungen.

Die intensive Arbeit der Studierenden an den Use Cases war erfolgreich: Ihre kreativen und innovativen Ergebnisse wurden von den beteiligten Partnern sehr positiv bewertet. 

Das Besondere an diesem Hackathon: Die Teams entwickelten sowohl innovative digitale Lösungen als auch smarte Geschäfts- sowie Marketingstrategien. Die HNU-Studierenden der Studiengänge IMUK, DEM und KIM konnten in dieser gemeinsamen Veranstaltung unter Leitung von Prof. Dr. Barbara Brandstetter, Prof. Dr.-Ing. Dany Meyer und Prof. Dr. Stephanie Schöberl ihre interkulturellen und multidisziplinären Fähigkeiten einbringen und ausbauen. 

„Smart Fish“: IoT-Lösungen und Businessstrategien für die ugandische Fischindustrie

Ein weiterer Schwerpunkt lag neben den Start-up-Projekten auf der Weiterentwicklung eines DAAD-Projektes für die ugandische Fischindustrie. Hier entwickelten die Teilnehmenden nicht nur eine IoT-basierte Traceability-Lösung für Transport- und Kühlketten, sondern auch eine App für den Qualitätscheck-Prozess von Inspektoren. Diese App soll dazu beitragen, die Kontrolle und Nachverfolgbarkeit von Fischereiprodukten entlang der Lieferkette zu standardisieren und zu optimieren. Das Projekt „Smart Fish“ ist ein Running-Case und setzt Arbeiten fort, die bereits im Juni-Hackathon dieses Jahres an der HNU begonnen wurden. Als Ergebnis des November-Hackathons konnte nicht nur die IoT-Lösung technologisch verbessert, sondern auch erste Business-Strategien entwickelt werden, um die Lösung für den ugandischen Markt vorzubereiten. Diese strategische Ausrichtung bereitet die nächsten Projektphasen vor: Im Mai 2025 werden die Teams ihre Technologien und Prozesse unter realen Bedingungen in Uganda testen und den lokalen Stakeholdern präsentieren. Darauf aufbauend folgt im Juni 2025 die nächste Projektphase in Form eines Entrepreneur-Workshops an der HNU. 

Sorgt für echten Mehrwert: die interkulturelle Verbindung von Theorie und Praxis 

Dieses Beispiel zeigt die besondere Natur des DAAD-Projekts „Digital Logistic Services and Entrepreneurship“ (DLSE): Es verbindet die Einbeziehung von realen Kunden und Use Cases in die internationale Lehre, den Kompetenzaufbau der Studierenden in Richtung Digitale Innovation und Entrepreneurship und interkulturelle Kollaboration. Neben der Konzeption und Umsetzung des Masterprogrammes „Digital Logistic und Entrepreneurship“ am UMI und den Hackathons geht es bei der Entwicklung praxisorientierter Lehrangebote auch darum, afrikanischen Studierenden mehrmonatige, akademisch betreute Auslandspraktika zu ermöglichen. So konnten Rahmen des DLSE-Programms zwei Stipendiaten der UWC erfolgreich ein fünfmonatiges Praktikum bei der artiso solutions GmbH in Blaustein im Bereich Software Engineering absolvieren. „Der Hackathon in Kapstadt sowie die Vernetzung mit Unternehmen in Deutschland und Afrika hat erneut gezeigt, wie wertvoll das Zusammenspiel von Technologieentwicklung, strategischer Planung und interkultureller Zusammenarbeit ist“, betonte Prof. Dr.-Ing. Dany Meyer, die das Projekt gemeinsam mit einem internationalen Team leitete. „Die Verbindung von Theorie und Praxis schafft einen echten Mehrwert für die Studierenden und die Partnerländer.“ 

Gefördert wird das Projekt DLSE durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) und den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) im Rahmen des Programms SDG-Partnerschaften. Mit dem Hackathon und der geplanten Fortsetzung in Uganda im Mai 2025 leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung, globaler Vernetzung und praxisnaher Bildung. Die Begeisterung der Studierenden und die erzielten Fortschritte zeigen, wie internationale Kooperationen innovative Lösungen für drängende globale Herausforderungen ermöglichen können.

Mehr über das Projekt
https://www.hnu.de/forschung/projekte/projekt/digital-logistic-services-and-entrepreneurship-dlse (öffnet neues Fenster)

Ansprechpartner
Prof. Dr.-Ing. Dany Meyer