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Jessi’s Café Miteinander – HNU-Studentin erforscht soziale Wirkung von Begegnungscafés

11.06.2026, Studium:

Ein Raum gegen Einsamkeit – unabhängig von der Größe des Geldbeutels: Unter diesem Motto betreibt Jessica White, Studentin im Master Social Entrepreneurship and Sustainable Development an der Hochschule Neu-Ulm (HNU), „Jessi’s Café Miteinander“ im Haus der Nachhaltigkeit (HdN). Seit dem 20. April kocht und backt sie jeden Montag ehrenamtlich für bis zu 30 Gäste – nach dem Prinzip „Pay what you can“. Das Café ist jedoch nicht nur ein Begegnungsort, sondern auch Forschungsfeld für ihre Masterarbeit, in der sie den sozialen Impact von Community Cafés untersucht.

Jessica White sammelt im Rahmen ihrer Masterarbeit vor allem quantitative Daten. Erste Ergebnisse bestätigen ihre Hypothese: Begegnungsorte wie ihr Café fördern Austausch, Vernetzung und Wohlbefinden. Besonders bemerkenswert ist die soziale Durchmischung: Studierende, internationale Gäste, HdN‑Aktive und ältere Menschen kommen an nur drei Tischen ins Gespräch – oft mit Menschen, denen sie sonst nie begegnet wären.

„Es macht mir großen Spaß zu sehen, wie Menschen durch Essen zueinanderfinden“, sagt Jessica White. „Das ist der Grund, warum ich Kochen so liebe.“

Gekocht wird frisch, oft Gerichte, die sie zuvor noch nie gekocht hatte – zuletzt Farinata mit Spinat und Tomatensugo, dazu Salat und zum Dessert Zitronenkuchen. Das Café läuft mindestens bis Ende Juli weiter, die Abgabe der Masterarbeit ist am 1. Juli. Unterstützt wird die Studentin von zwei ehrenamtlichen Helferinnen.

„Wir sehen in diesem Projekt beispielhaft, wie unsere Studierenden gesellschaftliche Herausforderungen unternehmerisch angehen“, betont Prof. Dr. Antje Wild, die die Masterarbeit betreut. „Jessica White verbindet wissenschaftliche Methodik mit sozialem Engagement – ein Kernanliegen unseres Studiengangs.“

Ivanka Burger, Vorstandsmitglied im HdN und Exist Women-Mentorin von Jessica White, unterstreicht: „Jessi’s Café zeigt, wie kraftvoll gemeinsames Essen als Brücke zwischen Menschen wirken kann. Für das Haus der Nachhaltigkeit ist es ein Herzensanliegen, Räume zu schaffen, in denen Begegnung, Offenheit und soziale Teilhabe selbstverständlich sind. Jessica White bereichert unser Haus mit einem Angebot, das Einsamkeit entgegenwirkt und Gemeinschaft stärkt – genau solche Initiativen machen unseren Ort lebendig.“

Motivation: Mehr tun als nur Geld verdienen

Jessica White, 25 Jahre alt und wohnhaft in Neu-Ulm, arbeitete nach ihrem Bachelorabschluss unter anderem in einem Luxushotel in Abu Dhabi und merkte schnell, dass ihr etwas fehlte. „Es macht mir keinen Spaß, dort zu arbeiten, wo es nur ums Geld geht. Acht Stunden Geld verdienen und zwei Stunden Ehrenamt – das fühlte sich nicht sinnvoll an.“

Der Master an der HNU bot ihr genau das, was sie suchte: gesellschaftliche Relevanz und die Möglichkeit, echte Probleme zu lösen. Bereits im Bachelor hatte sie einen Kurs zu Sozialunternehmen im Gastgewerbe belegt – an der HNU findet sie nun den praktischen Rahmen, um ihre Ideen umzusetzen. Über das Projekt Weltküche wurde sie auf das HdN aufmerksam. Die dort vorhandene Küche inspirierte sie zu einem Angebot, das finanzielle Hürden abbaut und Menschen unabhängig von ihrer Lebenssituation zusammenbringt.

Der Masterstudiengang Social Entrepreneurship an der HNU

Social Entrepreneurship for Sustainable Development (M.A.) an der HNU richtet sich an Studierende, die unternehmerische Lösungen für ökologische und gesellschaftliche Herausforderungen entwickeln möchten. Der Studiengang verbindet wissenschaftliche Fundierung, praxisnahe Projektarbeit und Kooperationen mit regionalen Organisationen. Studierende lernen, wie nachhaltige Geschäftsmodelle entstehen, soziale Wirkung messbar wird und Innovationen in der Praxis umgesetzt werden können. Projekte wie Jessi’s Café zeigen, wie Theorie und Praxis im Studium ineinandergreifen und reale gesellschaftliche Impulse setzen.