Mit rund 2000 Teilnehmenden aus 73 Ländern und etwa 850 vertretenen Organisationen gilt der Kongress als die weltweit wichtigste Plattform für den fachlichen Austausch rund um Geothermie. Vom 8. bis 11. Juni 2026 kamen Forschende, Unternehmen und Köpfe aus Politik und Praxis zusammen, um aktuelle Herausforderungen und Zukunftsaussichten der Branche zu diskutieren.
Akzeptanz aus internationaler Sicht: Untersuchung umfasst Deutschland, die Schweiz, Japan und Indonesien
Unter dem Titel „Factors Influencing Geothermal Acceptance: Insights from Germany, Switzerland, Japan, and Indonesia“ rückte Robin Renoths Vortrag diejenigen Aspekte in den Fokus, die die gesellschaftliche Akzeptanz von Geothermieprojekten weit über technische und wirtschaftliche Fragestellungen hinaus in unterschiedlichen kulturellen und politischen Kontexten beeinflussen.
In Deutschland und der Schweiz sind insbesondere die Projektorganisation, die Ausgestaltung der Planungs- und Beteiligungsprozesse sowie historische Erfahrungen mit induzierter Seismizität die öffentliche Wahrnehmung neuer Geothermievorhaben ausschlaggebend. In Japan spielen kulturelle Besonderheiten eine besondere Rolle: Die lange Tradition von Thermal- und Heilquellen prägt den gesellschaftlichen Umgang mit geothermischer Energie ebenso wie das Vertrauen in Projektentwickler und verantwortliche Institutionen. In Indonesien stehen Umweltaspekte sowie die Rolle lokaler Gemeinden im Vordergrund. Darüber hinaus zeigen die Ergebnisse, dass dort auch Landwirtschaft und religiöse Fragestellungen wichtige Einflussfaktoren für die gesellschaftliche Bewertung von Geothermieprojekten darstellen.
Verständnis gesellschaftlicher Rahmenbedingungen ist entscheidend
Der internationale Vergleich macht deutlich, dass erfolgreiche Geothermieprojekte nicht nur geologische und technische Voraussetzungen erfüllen müssen. Ebenso entscheidend ist das Verständnis gesellschaftlicher Rahmenbedingungen, die sich von Land zu Land deutlich unterscheiden.
Vernetzung mit der internationalen Geothermie-Community
Über seinen Vortrag hinaus nutzte Renoth den WGC für den fachlichen Austausch mit Forschenden aus verschiedenen Ländern. „Obwohl die Forschung zur gesellschaftlichen Akzeptanz von Geothermieprojekten ein vergleichsweise kleines Fachgebiet ist, war das Thema auf dem World Geothermal Congress sehr präsent. Der Austausch mit Forschenden aus unterschiedlichen Ländern hat neue Perspektiven eröffnet und liefert wichtige Impulse für den weiteren Verlauf meiner Promotion“, betonte er. Die Kongressteilnahme verdeutlicht zugleich die internationale Vernetzung der Forschung an HNU und TUM sowie die wachsende Bedeutung gesellschaftlicher Fragestellungen für die Energiewende.
Kontakt
Robin Renoth
Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Gesellschaftliche Akzeptanz von Geothermie(projekten)







