MeH MoS
Was passiert nach der Aktuversorgung, wenn Menschen mit erworberner Hirnschädigung zurück in den Alltag finden müssen? Das Projekt MeH MoS (Menschen mit erworbener Hirnschädigung im Modellbezirk Schwaben) widmet sich dieser wichtigen Phase im Leben von Betroffenen: Gemeinsam mit Einrichtungen aus Gesundheitsversorgung und Eingliederungshilfe entwickelte die HNU hier neue Wege für eine besser vernetzte, bedarfsgerechte Versorgung in Schwaben. Wie eine solche Unterstützung genau aussehen kann, erläutern die Projektverantwortlichen Prof. Dr. Alexander Würfel und Stefan Dörle.

Nominiert für den Bayerisch-Schwäbischen Innovationspreis Transfer 2026 der Hochschule Neu-Ulm
Worum geht's?
Das Projekt „MeH MoS – Menschen mit erworbener Hirnschädigung im Modellbezirk Schwaben“ untersucht und verbessert bestehende Versorgungsstrukturen für Menschen mit erworbener Hirnschädigung nach einer klinischen Behandlung (poststationär). HIntergrund ist die steigende Zahl Betroffener infolge medizinischer Fortschritte in der Akut- und Intensivmedizin. Ziel des Projekts ist es, bestehende Versorgungspfade in der neurologischen Rehabilitation zu analysieren, Versorgungslücken sichtbar zu machen und neue Konzepte für bedarfsgerechte Unterstützung zu entwickeln. Im Fokus stehen insbesondere die bessere Vernetzung bestehender Angebote, die Stärkung ambulanter Versorgungsstrukturen sowie die aktive Einbindung Betroffener und ihrer Angehörigen in Versorgungsprozessen. Dabei betrachtet das Projekt den gesamten Übergang von der stationären Versorgung bis hin zur langfristigen Unterstützung im ambulanten oder stationären Umfeld.
Das HNU-Team hinter dem Projekt
Der Praxispartner

Entwickelt wurde MeH MoS vom Bezirk Schwaben und der HNU. Dabei übernahm die Hochschule die wissenschaftliche Begleitung des Projektes in drei Forschungsetappen, die in enger Zusammenarbeit mit entsprechenden Einrichtungen, Angehörigen und Betroffenen erfolgten.

Interview mit Prof. Dr. Alexander Würfel und Stefan Dörle
[1] Wie würden Sie Ihr Projekt in drei Schlagworten beschreiben?
Interdisziplinär, interaktiv und vernetzend
[2] Was ist das Besondere an Ihrem Projekt?
Das Projekt nutzt digitale Technologien, um neue Versorgungspfade zu gestalten. Menschen mit erworbener Hirnschädigung sind dabei nicht nur Leistungsempfänger, sondern werden aktiv in die Prozesse eingebunden. Es ergeben sich damit neue Optionen für Therapie, Teilhabe und Vernetzung. Digitale Technologien machen Angebote für Betroffene ubiquitär zugänglich und schaffen für Leistungserbringer zugleich veränderte Perspektiven und ganzheitlichere Patientensichten.
[3] Was bedeutet Transfer für Sie?
Transfer in diesem Ansatz bedeutet eine dreifache Win-Win-Situation. Das Projekt bietet in gleicher Weise Chancen für Betroffene, Angehörige und medizinische Versorgungseinrichtungen. Der regionale Bezug ist dabei eine besondere Chance für alle Beteiligte. Die räumliche Nähe ermöglicht intensiven Austausch, virtuell wie auch in Präsenz.
[4] Was nehmen Sie aus dem Projekt mit – fachlich, aber auch persönlich?
Es lohnt sich, Digitalisierung zu nutzen und die Gesundheitsversorgung neu zu denken. Die Gestaltung von neuen, integrierten digitalen Versorgungsprozessen bietet riesige Chancen für alle Beteiligten, motiviert und schafft neue Perspektiven. Bereits jetzt konnte ein Netzwerk aufgebaut werden, das sehr großes Potenzial hat. Ein kleiner Schritt noch. Aber mit großem Potenzial.







