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Auf Knopfdruck zum richtigen Bewerbenden: Start-up profitiert von EXIST-Förderung

10.02.2022, Transfer & Gründung:

Den Traumjob finden, ohne eine Bewerbung zu schreiben? Klingt fast zu gut, um wahr zu sein, ist aber genau das Konzept hinter Karriereheld. Das Start-up aus Neu-Ulm wird vom Verbund StartupSÜD, dem auch die Hochschule Neu-Ulm (HNU) angehört, unterstützt und begleitet. Karriereheld hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Bewerbungsprozess grundlegend zu verändern.

„15 Prozent der Arbeitnehmer:innen kündigen ihren neuen Job innerhalb des ersten Jahres, weil sie feststellen müssen, dass er nicht mit ihren Vorstellungen übereinstimmt oder die Teamdynamik nicht zu ihrer Persönlichkeit passt. Da setzen wir mit unserem Portal an,“ erklärt Carolin Brueske von Karriereheld. Die Idee: Bewerbende und Arbeitgebende finden über den sogenannten TeamFit-Test, den SkillFit und den CulturalFit zusammen. Intelligente Algorithmen gleichen Fähigkeiten, Berufserfahrung und Persönlichkeitsmerkmale mit Stellenanforderungen und bestehenden Teams ab und empfehlen so den Personaler:innen passgenaue Kandidat:innen.

Diese innovative Idee kostet das Team aus Programmierer:innen, Marketingexpert:innen und Psycholog:innen viel Zeit und Geld. Eine Herausforderung, die Start-ups auch in die Knie zwingen kann, wie Cornelia Gretz, Vertretungsprofessorin an der Hochschule Biberach (HBC), von ihrer Arbeit für die Gründerinitiative Biberach und StartupSÜD weiß: „Wir begleiten unsere Teams von der Ideenausarbeitung über den ersten Businessplan bis hin zur Frühphasen-Finanzierung. Der finanzielle Spielraum ist dabei ganz elementar. Deshalb sind wir froh, dass es Stipendien gibt, die unseren Gründer:innen die nötigen Freiräume sichern, damit sie an ihrem Geschäftsmodell kontinuierlich weiterarbeiten können.“

Voraussetzungen für das EXIST-Gründerstipendium

Im Fall von Karriereheld handelt es sich um das EXIST-Gründerstipendium. Das Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie zielt darauf ab, das Gründungsklima an Hochschulen zu verbessern. Das Stipendium wird für jeweils zwölf Monate vergeben, um den potentiellen Gründer:innen zu ermöglichen, sich aus der Hochschule heraus auf die Unternehmensgründung systematisch vorzubereiten. Voraussetzung ist, dass es sich bei der Geschäftsidee um ein innovatives, technologieorientiertes oder wissensbasiertes Produkt mit guten wirtschaftlichen Aussichten und Alleinstellungsmerkmalen handelt. Um die Förderung können sich sowohl Studierende als auch Alumni und Wissenschaftler:innen bewerben. Die teilnehmende Hochschule muss - wie die HNU - in ein Gründernetzwerk eingebunden sein und den Gründer:innen einen Mentor oder eine Mentorin sowie Arbeitsplätze zur Verfügung stellen.

Was kommt nach EXIST?

Im April 2022 läuft die Förderung für das „Karriereheld“-Team aus. „Die KI wird weitere Arbeit und Training benötigen, bevor wir hundertprozentig konkurrenzfähig auf dem Markt sind. Wir starten deshalb schon jetzt mit der Investorensuche. Unsere Plattform kann aber bereits genutzt werden, weshalb wir auch eine baldige Gründung ins Auge fassen“, berichtet Brueske. Auch diesen Weg wird das Team der Gründerinitiative der HBC sowie das Netzwerk von StartupSÜD weiter begleiten.