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Gründerinnengeist an der HNU: EXIST-Women-Stipendiatinnen präsentieren ihre Projekte

08.12.2025, Transfer & Gründung:

Von einer Plattform zur Förderung der Kreislaufwirtschaft über eine digitale Lösung für Frauengesundheit bis hin zu einem System zur Stärkung von Unternehmenskultur: Am 3. Dezember verwandelten die Stipendiatinnen des aktuellen EXIST-Women-Jahrgangs den Founders Space der Hochschule Neu-Ulm (HNU) mit ganz unterschiedlichen Gründungsideen in eine Bühne für weiblichen Unternehmergeist. Vor einem Publikum aus Studierenden, Mentorinnen, Netzwerkpartnern sowie aktuellen und zukünftigen Programmteilnehmerinnen präsentierten sie ihre Projekte, reflektierten ihre Erfahrungen und gaben Einblicke in ihre Entwicklungen des vergangenen Jahres. 

EXIST-Women ist eine bundesweit geförderte Initiative, die Frauen an Hochschulen und Forschungseinrichtungen auf dem Weg in die Gründung unterstützt. Die Stipendiatinnen profitieren dabei von Workshops, Mentoring, Coaching, Netzwerken sowie der Möglichkeit, ihre eigenen Ideen von ersten Konzepten bis zu marktnahen Prototypen weiterzuentwickeln. Ziel des Programms ist es, Frauen zu ermutigen, ein realistisches Bild von Unternehmertum als Berufsoption zu schaffen und erste Schritte in Richtung Selbstständigkeit zu ermöglichen. Dabei variiert die Programmgestaltung an jeder teilnehmenden Hochschule. Der massive Anstieg an Interessentinnen, den die HNU für 2026 verzeichnet, zeigt, dass die Qualität des Programms unter der Programmleitung von Anna Sophia Boden in enger Zusammenarbeit mit Carina Volk-Schor auch über die Hochschulgrenzen hinaus sichtbar geworden ist: Die Anzahl der Bewerberinnen für das kommende Jahr im Vergleich zum Vorjahr haben sich fast verdreifacht, was insbesondere auf die positiven Rückmeldungen zur Förderung zurückzuführen ist.

Die vorgestellten Gründungsideen

Um Kreislaufwirtschaft, Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung dreht sich das Projekt von Behnaz Baghaie Nejad: Sie präsentierte eine Upcycling-Plattform, die Haushalte mit kreativen Studierenden zusammenbringt, um ungenutzte Gegenstände wiederzuverwerten.

Auf eine nachhaltigere Landwirtschaft zielt die Idee von Trivedi Dharati Jayeshbhai ab: Sie stellte ein KI-gestütztes Crop-Management-System vor, das mithilfe von Drohnen und Robotik Pflanzen überwacht und den Pestizideinsatz reduzieren soll.

Das Projekt von Mariana Martinez Ruelas rückt das Thema Frauengesundheit in den Fokus und sensibilisiert für die Women’s Health Gap: Sie möchte mit „Glowly“ eine App entwickeln, die Alltag, Bewegung und Self-Care an die verschiedenen Phasen des Menstruationszyklus anpasst.

Eine besondere Form des Stipendiums nutzte Elisabeth Moiseev: Mit einer „Wild Card“ begann sie das Programm mit dem Ziel, im Laufe des Jahres einen thematischen Schwerpunkt zu finden und das Thema Gründung entlang unterschiedlicher Projektideen zu durchdenken. Ihre Ergebnisse: ein ERP-System für Gastronomiebetriebe, das betriebswirtschaftliche Prozesse digitalisiert, sowie eine Produktidee im Bereich Craft-Boxen. 

Um nachhaltige, zukunftsfähige Mobilität geht es im Start-up von Lucia Isabel Probst: Sie entwickelt in einem internationalen Projektteam die App "AMVI" für intelligente Fahrgemeinschaften innerhalb von Organisationen und wurde dafür im Laufe der Projektzeit bereits mehrfach ausgezeichnet. 

Shoppen vor Ort und online besser gestalten: Das ist das Ziel von Tatjana Wiest, die mit „FragLoki“, eine Plattform konzipieren und umsetzen möchte, die lokale Boutiquen sichtbar macht und ihr Sortiment digital zugänglich macht. Im Laufe ihres EXIST-Women-Jahrs führte sich umfangreiche Nutzerbefragungen durch, erstellte ein Minimal Viable Product (MVP) und holte eine Mitgründerin ins Boot. 

Ein Projekt im Bereich Unternehmenskultur präsentierte Alena Ladnykh per Videopräsentation: Mit dem B2B-Managementsystem „LYVRA“ möchte sie anonymes Mitarbeiterfeedback in konkrete Aufgaben für Führungskräfte und HR-Teams übersetzen. 

Abschluss mit Ausblick 

Mit dem Abschluss des aktuellen Programms richtet sich der Blick wieder nach vorne: Während die aktuellen Teilnehmerinnen dem Founders Space eng verbunden bleiben und weiterhin vom Austausch im wachsenden Gründerinnen-Netzwerk profitieren können, steht die nächste Kohorte an EXIST-Women-Stipendiatinnen bereits in den Startlöchern. 

Ansprechpartnerinnen
Anna Sophia Boden
Carina Volk-Schor