Gemeinsam mit den Hochschulen Reutlingen, Ravensburg-Weingarten und Kempten sowie mehreren Praxispartnern arbeitet die HNU seit 2024 im Rahmen des BMFTR-geförderten Verbundprojekts „Kompetenzzentrum für innovative und gesunde Arbeit im Sozial- und Gesundheitswesen der Region Alb-Bodensee-Iller“ (KompIGA) an Lösungsansätzen für den Fachkräftemangel im Sozial- und Gesundheitswesen. Ziel ist es, durch Referenzansätze für eine flexible und gesundheitsförderliche Arbeitsgestaltung neue Impulse für die Praxis zu setzen. Die HNU verantwortet unter Leitung von Prof. Dr. Johannes Schobel das Teilprojekt zur Digitalisierung.
Der diesjährige BIBB-Forschungskongress bot ideale Anschlussmöglichkeiten für KompIGA: Unter dem Motto „Resilienz in der Pflege“ standen aktuelle Herausforderungen und Entwicklungsperspektiven eines resilienten Pflege- und Bildungssystems im Fokus, die von Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wissenschaft und Pflegepraxis diskutiert wurden.
Technostress in der Pflege? Kompetenzförderung kann entlasten
Im von allen KompIGA-Partnerhochschulen gemeinsam organisierten Symposium „Individuelle und organisationale Resilienz stärken: neue Ansätze zur Arbeitsgestaltung in der professionellen Pflege“ hielt Miriam Kappe einen Vortrag mit dem Titel „Digitalisierung wirksam gestalten: Kompetenzförderung statt Technostress“. Er adressierte die Frage, wie digitale Transformationsprozesse in der Pflege so gestaltet werden können, dass sie Mitarbeitende entlasten, statt sie zusätzlich zu belasten. Als Verstärker von Technostress identifizierte die HNU-Wissenschaftlerin insbesondere fehlende digitale Kompetenzen sowie eine unzureichende Beteiligung der Beschäftigten; Kompetenzförderung und partizipative Ansätze können dieser Belastung entgegenwirken und Betroffene nachhaltig entlasten. Eine erfolgreiche Digitalisierung erfordere dementsprechende Zeitressourcen, strukturelle Rahmenbedingungen und passende Qualifizierungsangebote.
Gewalt als Arbeitsbelastung: wie Prävention und Qualifikation wirken können
Ergänzend dazu präsentierte Miriam Kappe ein Poster zum Thema „Gewalt als Arbeitsbelastung“. Die zugrunde liegende Interviewstudie mit Gewaltschutzbeauftragten aus der Alten- und Eingliederungshilfe beleuchtet insbesondere Qualifikationsbedarfe und präventive Ansätze. Ihr Fazit: Selbstreflexion, Deeskalationskompetenzen sowie gezielte Aus- und Weiterbildungsangebote stellen zentrale Voraussetzungen für wirksame Gewaltprävention und resiliente Handlungskompetenz in der Pflege dar.
Weitere Informationen zum Projekt „KompIGA“ sind unter https://kompiga.de/ zu finden.
Ansprechpersonen
Miriam Kappe
Wissenschaftliche Mitarbeiterin für den Bereich Erfassung und Dokumentation von Prozessen im Gesundheitswesen

Professor Dr. Johannes Schobel
Forschungsprofessor im Bereich „Digitale Medizin und Pflege“
Leiter des Instituts "DigiHealth"







