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HNU-Studierende vermitteln Kommunikationspsychologie im Konferenzformat

18.12.2025, Studium:

Wie lässt sich Kommunikationspsychologie wissenschaftlich fundiert und zugleich praxisnah und anschaulich vermitteln? Eine Antwort auf diese Frage bot das Blockseminar „Psychologie der Kommunikation“ an der Hochschule Neu-Ulm (HNU): Unter der Leitung von Prof. Dr. Johannes Basch konnten 41 Studierende der Wirtschaftspsychologie vom 12. bis 13. Dezember Wissenschaftskommunikation praktisch erproben und mit der „KomPsy“ eine eigene wissenschaftliche Konferenz auf die Beine stellen. 

Die didaktische Idee hinter dem Format zielte darauf ab, einen innovativen Zugang zu theoretischem Wissen zu schaffen. Dabei knüpfte die „KomPsy“ an vorangegangene Lehrinhalte an: In anderen Veranstaltungen des Moduls hatten die Studierenden – unter anderem mit Video-Feedback – bereits intensiv an Rhetorik, Präsentationstechniken und eigenem Auftreten gearbeitet. Nun konnten sie diese Kompetenzen praxisnah anwenden und in den Kontext einer wissenschaftlichen Konferenz übersetzen. 

In acht Symposien zu theoretischer Tiefe 

Aufgeteilt auf acht Symposien, die je einen Teilbereich der Kommunikationspsychologie abdeckten, stellten die Studierenden bis zu sechs aktuelle empirische Forschungsarbeiten vor und präsentierten diese stellvertretend für die jeweiligen Autorinnen und Autoren. Inhaltlich reichte das Spektrum von sprachlichen und nonverbalen Aspekten der Kommunikation über Beziehungsdynamiken bis hin zu digitalen Kommunikationsformen: Wie beeinflussen Akzente, Dialekte oder Sprechfehler unsere Wahrnehmung von Personen? Welche Rolle spielen Zoom Fatigue, Emojis oder Blickkontakt in digitalen Kontexten? Und lässt sich Täuschung in der Kommunikation tatsächlich erkennen?

Dreh- und Angelpunkt von „KomPsy“: studentische Eigenverantwortung 

Ein zentrales Element des Konzepts: die eigenständige Organisation der Symposien durch die Studierenden. Sie entschieden selbst über die technischen Abläufe sowie mögliche Präsentations- und Austauschformate und übernahmen aktive Rollen im Zeitmanagement oder der Diskussionsführung. Auf diese Weise vermittelte das Format nicht nur Fachwissen, sondern eröffnete zugleich eine realistische Vorstellung von den Abläufen wissenschaftlicher Konferenzen – inklusive Conference Dinner und Kaffeepausen.

Kompetenzen in der Wissenschaftskommunikation: Nicht nur für angehende Forschende hilfreich

Damit bietet das Lehrformat den Studierenden auf mehreren Ebenen erheblichen Mehrwert für ihr späteres Berufsleben: Zum einen zahlt sich der Einblick in akademische Bühnen für Studierende aus, die eine eigene wissenschaftliche Laufbahn einschlagen möchten. Wer durch Engagement und Initiative auffällt, bekommt oft schon während des Studiums die Chance, aktiv an Konferenzen teilzunehmen. Zum anderen stärkt die Konferenzsimulation Transfer- und Präsentationskompetenzen, die auch für Studierende mit außerakademischen Berufswünschen eine bedeutende Rolle spielen.  

Konferenz-Highlight: Keynote von Dr. Wassiliwzky 

Ein besonderes Highlight der Veranstaltung stellte die Keynote von Dr. Eugen Wassiliwizky dar, der in Frankfurt a.M. am Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik forscht. In seinem Vortrag gab er Einblicke in seine aktuelle Forschung zur Wahrnehmung von Attraktivität und zum sogenannten Gender Attractiveness Gap. Zudem waren mehrere seiner wissenschaftlichen Arbeiten zur Entstehung von Gänsehaut bei der Kunstwahrnehmung Teil der studentischen Symposien. 

Positive Resonanz: Der „KomPsy“ sollen weitere Studierenden-Konferenzen folgen

Insbesondere die kontinuierliche Einordnung des Geschehens im Vergleich zu ‚echten‘ Konferenzen trug zur Transparenz und Tiefe der Veranstaltung bei. Dabei erwies sich das ungewöhnliche Lehrformat zum einen als tragbarer Rahmen für das Seminar und befeuerte zum anderen auch den fachlichen Austausch. Ihm sei es besonders wichtig gewesen, das Konferenzformat nicht nur formal abzubilden, sondern als gemeinsamen Arbeitsrahmen erlebbar zu machen, betont Prof. Dr. Johannes Basch. Mit Erfolg: „Die Studierenden haben sich mit voller Aufmerksamkeit und inhaltlicher Tiefe in alle Diskussionen eingebracht – und das trotz der üblicherweise sehr arbeitsreichen Vorweihnachtszeit. Aus meiner Sicht spricht das für die Qualität der Vorträge, und hätte tatsächlich jedem und jeder Einzelnen zugetraut, unter realen Bedingungen auf einer psychologischen Konferenz zu präsentieren.“ 

Die „KomPsy“ zeigt, wie innovative Lehrkonzepte fachliche Inhalte und Praxisbezug wirkungsvoll verbinden und die Kompetenzen von Studierenden im Bereich Wissenschaftskommunikation stärken können – ein Ansatz mit Zukunft, der weitergeführt werden soll.  

Ansprechpartner
Prof. Dr. Johannes Basch