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Bojana in Spanien

20.08.2025, Auslandsstudium:

Bojana studiert Physician Assistance und verbrachte ihr Auslandssemester an der Universität in Cádiz in Spanien. In ihrem Erfahrungsbericht erzählt sie, wie sie Land, Sprache und Alltag neu entdeckt hat.
Name
Bojana
Studiengang
PHA
Semester
5. Semester
Institution
Universidad de Cádiz
Ort
Cádiz, Spanien
Zeitraum
Februar bis Juli 2025

Was war deine Hauptmotivation?

Meine Hauptmotivation für ein Auslandssemester in Spanien war vor allem, die Sprache besser zu lernen und den Alltag in einem anderen Land direkt mitzuerleben. Ich wollte nicht nur im Unterricht Spanisch sprechen, sondern auch im echten Leben, z. B. beim Einkaufen oder beim Reisen. Durch den direkten Kontakt mit Einheimischen und das Studium in einem internationalen Umfeld wollte ich meinen Horizont erweitern und neue Perspektiven gewinnen. Außerdem hat mich die spanische Kultur schon immer interessiert, und ich fand es spannend, für eine Zeit wirklich Teil davon zu sein.

Ich bin sehr stark aus mir herausgekommen, habe internationale Freundschaften fürs Leben gefunden und bin viel selbstständiger nach Hause zurückgekehrt.

Bojana

Was waren deine größten Sorgen?

Bevor es losging, hatte ich großen Respekt vor der Sprache. Es hieß, für diesen Aufenthalt müsse man einen B1-Spanischnachweis vorlegen. Ich lernte schnell innerhalb eines Semesters Spanisch und wählte die Wahlpflichtfächer A2 und B1 und startete von null. Dadurch, dass es mir schon immer viel Spaß machte, Sprachen zu lernen, gelang mir das relativ gut. Als ich mein Learning Agreement erstellt hatte, wählte ich bewusst dennoch nur Kurse auf Englisch. Als ich ankam, wurde mir dann gesagt, ich hätte den Nachweis nur benötigt, hätte ich Kurse auf Spanisch gewählt. Also FYI: Mach dir nicht so viel Stress wie ich damals. ;) *

Würdest du einen Auslandsaufenthalt weiterempfehlen? Warum?

Ich würde allen, die die Möglichkeit haben, empfehlen, einen Auslandsaufenthalt zu machen. Ich bin sehr stark aus mir herausgekommen, habe internationale Freundschaften fürs Leben gefunden und bin viel selbstständiger nach Hause zurückgekehrt. Ich habe zudem meinen Horizont erweitert und Business-Kurse gewählt, obwohl ich Physician Assistance studiere. Es passen nicht unbedingt alle Unis bzw. alle Kurse zu deinem Studium und du kannst dir evtl. nicht alles anrechnen lassen, das ist es jedoch wert. Wir sind junge Studierende und sollten es ausnutzen, an internationalen Programmen teilzunehmen.

Was hast du aus deiner Zeit im Ausland mitgenommen?

Meine Zeit im Ausland hat mir viele neue Perspektiven eröffnet. Nicht nur auf andere Kulturen, sondern auch auf mein eigenes Heimatland. Ich habe gelernt, besser mit Geld umzugehen, da man im Ausland oft mit einem begrenzten Budget haushalten muss und ganz anders über Ausgaben nachdenkt. Ein besonders spannender Aspekt war das Gesundheitssystem: Zum ersten Mal durfte ich im Ausland zu einer ärztlichen Fachperson gehen – eine Erfahrung, die nicht nur organisatorisch, sondern auch emotional herausfordernd sein kann, besonders wenn Sprachbarrieren hinzukommen. Und vielleicht am überraschendsten: Ich habe die deutsche Bürokratie und das Sozialsystem schätzen gelernt. Was man zu Hause oft als lästig empfindet, wirkt im Vergleich zu anderen Ländern oft gut strukturiert und verlässlich. Erst mit etwas Abstand erkennt man, wie viel Sicherheit und Stabilität diese Systeme ermöglichen.

Fun Fact

Spanisch ist eine wunderschöne Sprache, jedoch ganz anders mit dem andalusischen Dialekt. Hier reden alle schnell und undeutlich, lassen das „s“ weg und haben ihren eigenen Slang. Als ich hier ankam, dachte ich, ich verstehe nur Bahnhof. Ich bin sehr gut in den großen Städten wie Madrid und Sevilla auf Spanisch klargekommen, jedoch musste ich mich in Cádiz sehr daran gewöhnen. Hier sprechen nicht so viele Englisch, also musste ich mich durchbeißen, mich anpassen und noch mehr Spanisch lernen. Das war am Anfang überfordernd, jedoch kann ich nun sagen: Es hat sich gelohnt!

Wurden deine Erwartungen erfüllt?

Ich hatte große Hoffnungen in das spanische Wetter gesetzt, das überwiegend gut war. Allerdings hatte ich nicht mit so viel Regen im Frühling gerechnet - es regnete den ganzen März hindurch. Ab April wurde es dann schnell wärmer und wir konnten schwimmen gehen. Außerdem habe ich den Wind an der Küste unterschätzt - am Anfang des Jahres braucht man wirklich eine Jacke und einen Pullover. Was die Erwartungen an die Universität angeht - ich hatte nicht viele. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das akademische Niveau in Spanien niedriger ist als in Deutschland. Ich hatte keinen Management- oder Wirtschaftshintergrund und habe trotzdem alle Kurse problemlos bestanden. Ein echter Kulturschock war die Anwesenheitspolitik - sie zählt für die Note!

Die Universidad de Cádiz, an der Bojana während ihres Auslandssemesters studierte

Gibt es etwas, was du über deine Erfahrungen im Ausland hervorheben möchtest?

Während meines Aufenthalts war ich auf insgesamt acht Trips im Inland und vier in den Nachbarländern. Vor allem in Andalusien war ich viel unterwegs, besuchte viele Städte und lernte somit die Region lieben. Das würde ich ebenfalls, wenn möglich, allen empfehlen. Viele europäische Städte haben Organisationen wie ESN oder individuelle Reiseagenturen, mit denen man die Trips machen kann. Diese sind meistens super lustig und da lernt man auch noch mal viele Leute kennen. Natürlich kann man die auch selbstständig bzw. alleine machen oder auch mit den Leuten, die man erst kennengelernt hat. Freundinnen, Freunde und Familie haben mich öfter in Cádiz besucht oder wir trafen uns auf halbem Weg in Barcelona oder reisten gemeinsam nach Marokko.

(*Anmerkung des International Office zum Sprachnachweis: Hierbei handelt es sich um einen individuellen Erfahrungsbericht. Bitte beachten Sie die Vorgaben unserer Partnerhochschulen.)

Impressionen aus Spanien