Accessible Packaging
Produktverpackungen so optimieren, dass sie besser auf die Bedürfnisse von Menschen mit kognitiven oder motorischen Einschränkungen zugeschnitten sind: Dieser Aufgabe haben sich HNU-Studierende gemeinsam mit Praxispartner Nivea im Rahmen des UX-Projekts „Accessible packaging“ gestellt. Hier geben die Beteiligten Einblicke in die innovativen Lösungen für barrierefreies Produktdesign, die sie in enger Abstimmung mit Betroffenen entwickelt haben.

Nominiert für den Bayerisch-Schwäbischen Innovationspreis Transfer 2026 der Hochschule Neu-Ulm
Unser Transferprojekt hat das Ziel, Verständnis und Empathie für Menschen mit motorischen oder kognitiven Einschränkungen zu fördern. Durch den engen Austausch mit der Zielgruppe und dem Praxispartner gestalten wir Pflegeprodukte und -verpackungen inklusiver und verbessern ihre Zugänglichkeit.

Das HNU-Team hinter Accessible Packaging
Der Praxispartner

Praxispartner Nivea stellte zwölf verschiedene Pflegeprodukte wie Duschgels, Cremes und Deos zur Verfügung, die im ersten Schritt mithilfe von Tools zur Simulation von Einschränkungen untersucht wurden. Mittels Interviews mit Betroffenen konnte Verständnis und Empathie für die spezifischen Bedürfnisse und Herausforderungen der NutzerInnen entstehen. Basierend auf diesen Erkenntnissen entwickelte das Team Prototypen, die iterativ getestet und verbessert wurden. So entstanden schließlich effektive Lösungen, die die Nutzungserfahrung für Menschen mit Einschränkungen signifikant verbessern können. Seitens Nivea begleitet Design Managerin Jenny Behnk das Projekt.
Unser Ziel ist es, alle Menschen einzubeziehen und Vorreiter für barrierefreie Verpackungen zu sein, indem wir der Welt und der Industrie eine verblüffende Zukunftsvision zeigen. Das Engagement des Teams war erstaunlich und das Ergebnis mehr als professionell. Wir haben die Zusammenarbeit sehr genossen und wollen diese Partnerschaft fortsetzen.
Interview mit Prof. Patricia Franzreb
[1] Wie würden Sie Ihr Projekt in drei Schlagworten beschreiben?
Inklusiv, empathisch, nachhaltig
[2] Was ist das Besondere an Ihrem Projekt?
Neben der Entwicklung passgenauer und leicht verständlicher Verpackungslösungen stand vor allem die direkte Einbindung von Menschen mit kognitiven Einschränkungen im Mittelpunkt. Durch die enge Zusammenarbeit entstand ein wertvoller Austausch auf Augenhöhe. Dabei wurden unterschiedliche Perspektiven sichtbar, gegenseitiges Verständnis gefördert und neue Impulse gesetzt. Das Projekt zeigt, wie gemeinsames Arbeiten nicht nur bessere Ergebnisse hervorbringen, sondern auch gesellschaftliche Teilhabe nachhaltig stärken kann.
[3] Was bedeutet Transfer für Sie?
Transfer bedeutet für mich, Wissen, Erfahrungen und Innovationen aus Forschung und Lehre in die Praxis zu überführen – und zugleich wertvolle Impulse aus der Praxis wieder in Hochschule und Forschung zurückzutragen. Im Projekt „Accessible Packaging“ wurde deutlich, wie bereichernd dieser wechselseitige Austausch ist: Durch die Zusammenarbeit konnten inklusive Produkte entwickelt und gleichzeitig tragfähige Ansätze für künftige Kooperationen geschaffen werden.
[4] Was nehmen Sie aus dem Projekt mit – fachlich, aber auch persönlich?
Transferprojekte sind eine große Bereicherung für alle Beteiligten – für Praxispartner, Studierende, Lehrende und die Öffentlichkeit. Fachlich bleibt die Erkenntnis, wie entscheidend Nutzerperspektiven für erfolgreiche und innovative Produktentwicklung sind. Persönlich nehme ich vor allem mit, wie inspirierend Offenheit, gegenseitiger Respekt und gemeinsames Gestalten wirken können.








