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Porträt einer FaMI

10.06.2025, Rund um die Bib:

Was verbirgt sich hinter „FaMI“? FaMIs sind Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste. Wir haben ein Interview mit  einer Auszubildenden geführt. 
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Porträt einer FaMI

Jennifer Prinzev – Bibliothekspraktikantin der  Hochschule Neu-Ulm

Ausbildungsbetrieb: Stadtbücherei Dillingen

Position: Auszubildende zur „Fachangestellten für Medien und Informationsdienste“ im 2. Lehrjahr

Beispiel für Journaling-Seite

Interview

Was hat dich vor 2 Jahren im Alter von 22 Jahren bewogen, eine Ausbildung zur FaMI zu beginnen?    
Ich war nicht glücklich mit meiner bisherigen Jobsituation und habe mich umgesehen, was es für andere Möglichkeiten für mich gibt. Die Stellenausschreibung zur FaMI habe ich per Zufall entdeckt und habe mich gleich angesprochen gefühlt. Es hat sich schnell herauskristallisiert, dass es für mich ein Traumjob ist.


Womit beschäftigst du dich in deiner Freizeit? Welche persönlichen Interessen und Eigenschaften kommen Dir bei diesem Berufsbild zugute?    
Ich liebe es (natürlich) zu lesen. Ich lese quer verteilt über viele Genre. Außerdem bin ich sehr kreativ, mache Journaling und spiele auch gern. Beim Gaming reicht es bei mir von klassischen Tabletop-Games über Pen-and-Paper bis hin zum Konsolen- oder PC-Gaming. Zusätzlich habe ich einen privaten Blog auf Instagram, bei dem ich unter anderem meine Buchempfehlungen & mein Bullet Journal teile. Diesen findet man unter @jennys.readery auf Instagram.
Diese Vielfalt hilft mir auch in meinem Job: 
Durch mein Interesse an Büchern fällt es mir leichter, Bücher auszuwählen, die wir in unserer Bibliothek anschaffen könnten, Lesern Empfehlungen zu geben oder die Bücher richtig zu systematisieren. 
Meine kreative Ader hilft mir oft, neue Blickwinkel auf ungelöste Probleme zu finden und diese auch gelegentlich unkonventionell zu lösen. 
Die Vertrautheit mit Gaming kann mir bei Veranstaltungen wie dem Ferienprogramm zugutekommen und erweitert auch meinen Blickwinkel in Sicht auf Medienkompetenz.
Meine Erfahrung mit Social Media hilft mir in der Arbeit vor allem weiter, wenn es um aktuelle Trends oder Hypes in der Buchbubble geht. Dadurch weiß ich, welche Bücher gerade bei einem jüngeren Publikum beliebt sind und wie wir unsere Social Media Präsenz gut stärken.     

Stapel angefangener Bücher

Welches Buch liest du selbst gerade?  
Ich lese immer mehrere Bücher parallel; momentan sind es acht. Darunter sind: Revival von Stephen King, Our infinite Fates von Lauren Steven, Quicksilver von Callie Hart, Blood, Sweat and Pixels von Jason Schreiner, Der verschwundene Buchladen von Evie Woods, Schuld und Sühne von Fjodor Dostojewski, Meister und Margarita von Michail Bulgakow und Himmel hilf! Von Tillmann Bendikowski


Liest du lieber gedruckte Bücher oder E-Books?    
Ich konsumiere Bücher in all ihren Formaten: ob E-Books, gedrucktes Buch oder Hörbuch mache ich situationsabhängig fest. E-Books lese ich unterwegs oder nachts, Hörbücher höre ich beim Aufräumen oder Kochen und das klassische Buch lese ich entspannt auf der Couch oder im Bett.  

 
Kannst du uns nun in wenigen Worten die Inhalte deiner Ausbildung skizzieren?    
Medienkompetenz, Leseförderung, Datenverarbeitung (RDA*), soziale Interaktionen    


Die späteren Arbeitsmöglichkeiten als FaMI sind vielfältig: In welchem Bereich möchtest du später besonders gern arbeiten – Archiv, Bibliothek, Information und (medizinische) Dokumentation oder in einer Bildagentur?    
Ich möchte gerne in der öffentlichen Bibliothek bleiben. Ich liebe die Vielseitigkeit und die Entfaltungsmöglichkeiten, die mir mein Arbeitsplatz bieten kann. Ich mag außerdem den engen Kontakt zu den Lesern und die Breite der Veranstaltungsinhalte.    
 

Welche Aufgabenbereiche in deiner Ausbildung machen dir am meisten Spaß? Welche spezifischen Fähigkeiten und Kenntnisse möchtest du nach der Ausbildung besonders gerne umsetzen bzw. anwenden dürfen?    
Ich betreibe gerne Bestandspflege: ungenutzte Bücher zu makulieren, neue Medien einzusehen und einzukaufen, alte Bücher zu reparieren. Ich betreue auch leidenschaftlich gern Veranstaltungen für Jugendliche und junge Erwachsene, wie Lesungen oder den Buchclub. Ich hoffe, nach der Ausbildung noch mehr im Bereich der Kinder- und Jugendbibliothek entwickeln zu können, wie beispielsweise ein Gaming-Angebot in der Bibliothek anzubieten.    


Öffentliche Bibliotheken dienen der Bildung und Unterhaltung der Bevölkerung, während wissenschaftliche Bibliotheken vor allem Studium und Forschung dienen. Welche Praktikumsinhalte fandest du bei uns besonders spannend? Was war ganz anders als in deiner Stadtbibliothek?
Ich fand es interessant zu sehen, wie sich die Ausführung des Auftrags einer wissenschaftlichen Bibliothek auf den Arbeitsalltag auswirkt. Durch das andere Klientel ist der Literaturbedarf anders geprägt, und mich hat die Beschaffung von E-Medien wie E-Books oder Datenbanken fasziniert. Vor allem die Nutzung der Bibliotheksräumlichkeiten als Lernort, unabhängig von den Medienentleihungen, hat mir sehr zugesprochen. 
Bei uns in der Stadtbibliothek muss man übrigens, entgegen dem Klischee, nicht leise sein. Dadurch herrscht ein ganz anderen Raumklima – bei uns reges Treiben und Treffpunkt, bei euch konzentriertes Arbeits- und Lernumfeld.


Wird sich deiner Meinung nach das Berufsbild durch die KI noch sehr verändern? Wenn ja, worin siehst du die Einsatzgebiete, wie wird dir die KI im Alltag helfen können?    
Bibliotheken müssen mit der Zeit gehen und die Medienbildung und -kompetenz der Bevölkerung unterstützen. Dazu gehört auch, über KI aufzuklären, Nutzen und Risiken aufzuzeigen und näherzubringen, was KI im Alltag der Menschen für eine Rolle spielen kann/wird. 
Ich persönlich denke, das vor allem die Katalogisierung nach RDA* zukünftig nicht mehr von Mitarbeitenden der Bibliothek übernommen wird, sondern durch KI geleistet wird. Ich hoffe, dass dadurch im Arbeitsalltag mehr Zeit für soziale Interaktion bleibt: Leseförderung, Leserkontakt, Veranstaltungen…    


Last but not least: Kannst du bitte den folgenden Satz vervollständigen? Der Ausbildungsberuf zur FaMI ist geeignet für alle, die …
sich einen Job wünschen, in dem sie wirklich etwas bewegen. Auf den sie sich morgens freuen, wenn sie aufwachen. In dem sie sich entfalten können.


*Regelwerk, nach dem die Medien in den Bibliothekskatalog aufgenommen werden. 

Über den Ausbildungsberuf

„FaMI“ – Fachangestellte für Medien und Informationsdienste
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