Geleitet wurde der Workshop von David Lüllemann, M. A., Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg. Er vermittelte fundiertes Hintergrundwissen und gab zugleich zahlreiche praxisnahe Impulse für den Umgang mit Antisemitismus im Hochschulalltag.
Ein hochaktuelles Thema – eindrücklich vermittelt
Gleich zu Beginn zeigte Lüllemann anhand aktueller Daten, wie deutlich antisemitische Vorfälle in Deutschland und Europa zunehmen. Besonders alarmierend: Die Zahl antisemitischer Vorfälle an Hochschulen hat sich innerhalb eines Jahres vervielfacht. Diese Zahlen machten das Thema für die Teilnehmenden unmittelbar greifbar.
An der Hochschule Neu-Ulm und der Hochschule Kempten sind bislang nur sehr wenige antisemitische Vorfälle bekannt, insbesondere im Vergleich zu größeren Hochschulen. Dennoch setzen beide Einrichtungen bewusst auf Prävention. Ihr Ziel ist es, frühzeitig zu sensibilisieren und ein sicheres, respektvolles und diskriminierungsfreies Umfeld zu stärken, in dem antisemitische Haltungen gar nicht erst Raum finden.
Antisemitische Codes erkennen und einordnen
Ein Schwerpunkt des Workshops lag auf der Analyse antisemitischer Darstellungen in Bildern, Karikaturen, Memes und Social-Media-Beiträgen. In interaktiven Übungen untersuchten die Teilnehmenden historische und aktuelle Beispiele und lernten, wiederkehrende Motive und Codes zu identifizieren – von klassischen Stereotypen bis hin zu subtilen Chiffren in aktuellen Online-Diskursen.
Viele beschrieben diesen Teil als besonders augenöffnend, da er zeigte, wie schnell sich antisemitische Narrative online verbreiten und wie wichtig ein geschulter Blick ist.
Praxisnahe Fallarbeit und konkrete Handlungsmöglichkeiten
Im zweiten Teil des Workshops arbeiteten die Teilnehmenden mit realen Fallbeispielen aus dem Hochschulkontext. Im Mittelpunkt standen dabei Fragen nach der Einordnung konkreter Situationen: Wie eindeutig ist ein Vorfall antisemitisch, wer sollte in solchen Fällen reagieren und auf welche Weise, und wie kann eine verantwortungsvolle und angemessene Kommunikation gestaltet werden?
Lüllemann stellte zudem konkrete Handlungsempfehlungen vor: Diese reichten von der Reflexion eigener Deutungsmuster über das Erkennen antisemitischer Argumentationsstrukturen bis hin zu klaren Schritten im Umgang mit Vorfällen. Besonders betonte er die Bedeutung von Meldestrukturen wie RIAS Bayern und der Meldestelle „Respect!“, die niedrigschwellige Unterstützung bieten.
Ein Workshop mit nachhaltiger Wirkung
Die Teilnehmenden beschrieben den Workshop als sehr informativ und praxisnah. Sie nahmen konkrete Anregungen mit, wie sie Antisemitismus im Hochschulkontext besser erkennen und angemessen darauf reagieren können.
Die erneute Kooperation zwischen der HNU und der Hochschule Kempten sowie die Beteiligung weiterer regionaler Hochschulen unterstreichen die Bedeutung des Themas für die gesamte Hochschullandschaft. Beide Hochschulen planen, ihr gemeinsames Engagement fortzuführen und weitere Sensibilisierungs- und Präventionsangebote zu entwickeln.
An der Hochschule Neu-Ulm ist Fabian Girschick Beauftragter gegen Antisemitismus. Er steht allen Hochschulmitgliedern jederzeit für Fragen, Einschätzungen oder vertrauliche Gespräche zur Verfügung und organisiert Workshops wie diesen.
Kontakt
Fabian Girschick
Digital Content Manager InnoPROF Diversity-Beauftragter Gleichstellungsbeauftragter Beauftragter gegen Antisemitismus







