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Peter Schmid

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Studiengang: Wirtschaftsinformatik (Diplom)
(heute alternativ: Digital Enterprise Management (B.Sc.) (öffnet neues Fenster) oder Künstliche Intelligenz und Informationsmanagement (B.Sc.) (öffnet neues Fenster))

Arbeitgeber: psmtec GmbH

Position: Inhaber und Geschäftsführer


Welche Interessen hatten Sie als jüngerer Mensch?
Schon früh entwickelte ich ein starkes Interesse an Technik. Ich reparierte und baute Computer selbst zusammen, schrieb erste eigene Programme und verbrachte viel Zeit mit Computerspielen – nicht nur aus Spaß, sondern auch, um zu verstehen, wie sie funktionieren und was den Spielspaß ausmacht. Dieses Interesse am Reparieren und Tüfteln beschränkte sich nicht nur auf Computer, sondern umfasste auch andere Geräte wie Rasenmäher, mein Mofa oder die Soundanlage im Auto. Dabei wurde mir bewusst, dass neben dem handwerklich-technischen Aspekt auch betriebswirtschaftliche Überlegungen eine wichtige Rolle spielen – insbesondere, wenn es um Technik geht, ist die Kalkulation wesentlich und ich wollte verstehen, wie das richtig funktioniert.


Geradlinig oder über Umwege: Wie verlief Ihre schulische Laufbahn?
Mein Bildungsweg verlief nicht geradlinig, sondern über mehrere Stationen. Nach dem Realschulabschluss absolvierte ich eine Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration. Anschließend besuchte ich die Berufsoberschule mit dem Ziel, Wirtschaftsinformatik an der THU und HNU zu studieren. Rückblickend war dieser Weg für mich genau richtig. Die Kombination aus Ausbildung und Berufsoberschule war sehr praxisnah, und von den dort gesammelten Erfahrungen profitiere ich bis heute. Ein direkter Weg über das Gymnasium hätte mir diesen Praxisbezug vermutlich nicht in gleichem Maße geboten.


Aus welchen Gründen haben Sie sich für ein Studium an der THU / HNU entschieden?
Der Studiengang Wirtschaftsinformatik vereint zwei für mich zentrale Bereiche: IT und Management. Diese Kombination war für mich besonders relevant, da ich mich früh für eine Selbstständigkeit interessiert habe. Während meiner Ausbildung und Schulzeit kamen Themen wie Führung, Strategie und Management kaum vor. Iim Studium konnte ich diese theoretischen Grundlagen gezielt vertiefen. Zudem war mir bewusst, dass ein akademischer Abschluss im Berufsleben oft als zusätzliche Qualifikation wahrgenommen wird. Zur damaligen Zeit war das noch ein Diplomabschluss.


Welche Tipps können Sie jungen Menschen geben, die auf der Suche nach dem passenden Studiengang sind?
Ich empfehle, möglichst viele praktische Erfahrungen zu sammeln, sei es durch Praktika oder eine Ausbildung vor dem Studium. Das hilft nicht nur dabei, die spätere Studienwahl fundierter zu treffen, sondern auch, die Arbeitswelt besser kennenzulernen. Wer bereits weiß, in welche Richtung es beruflich gehen soll, ist im Studium oft motivierter, weil ein klares Ziel vor Augen ist.


Welche Erfahrungen im Studium haben Sie besonders geprägt?
Ein besonders prägendes Erlebnis war mein Auslandssemester in den USA. Fachlich bot es die Möglichkeit, in verschiedene Themen nochmals tiefer einzutauchen und neue Perspektiven kennenzulernen. Die Vorlesungen wurden von Dozenten aus der Praxis gehalten, zum Beispiel die Rechtsvorlesung von einem Anwalt, der schon viele große Mandanten vertreten hat.

Darüber hinaus war der Aufenthalt auch persönlich eine große Herausforderung. Über mehrere Monate hinweg auf sich allein gestellt zu sein, sich um alltägliche Dinge wie die Anmeldung eines Autos zu kümmern und sich in einem völlig neuen Umfeld zurechtzufinden, bedeutete, die eigene Komfortzone zu verlassen. Diese Erfahrung hat mich nicht nur selbstständiger gemacht, sondern auch die Freundschaft zu meinem Kommilitonen, mit dem ich diese Zeit gemeinsam erlebt habe, vertieft.


Wie sah Ihr erster Job aus und wie sind Sie darauf aufmerksam geworden?
Bereits im letzten Semester meines Studiums habe ich mich selbstständig gemacht und mein Unternehmen gegründet. Meine Abschlussarbeit konnte ich direkt im eigenen Unternehmen schreiben. Das war gleichzeitig mein Einstieg in die Selbstständigkeit.


Erzählen Sie ein wenig mehr über Ihr Unternehmen:
Ich bin Inhaber und Geschäftsführer der psmtec GmbH. Wir haben aktuell 16 Mitarbeitende und kümmern uns um Software für den Unterhaltungsbereich, speziell den Casinobereich. Wir entwerfen und programmieren eigene Spiele, also klassische Casinospiele wie Slotgames, Tablegames oder Roulettegames. Von der ersten Idee bis zur finalen Umsetzung und Programmierung machen wir alles bei uns im Haus. Die Spiele werden online angeboten oder in Form von Spielautomaten, die man im gewerblichen Glücksspiel finden kann. Für unsere Online-Spiele, die insbesondere seit die Coronapandemie verstärkt nachgefragt werden, bieten wir die passende Plattform und auch bei den Automaten entwickeln wir das ganze Produkt komplett bei uns im Haus.


Wie lautet Ihr Ratschlag an alle Absolvent/innen, die auf der Suche nach ihrer ersten Arbeitsstelle sind?
Ich empfehle, bereits während der Schulzeit, Ausbildung oder im Studium praktische Erfahrungen zu sammeln. Diese erleichtern den Einstieg ins Berufsleben erheblich. Zwar ist theoretisches Wissen wichtig, doch fehlt es oft an Praxisbezug. Wer bereits erste Einblicke in den Arbeitsalltag hatte, kann sich leichter in Teams und Strukturen einfinden.


Beschreiben Sie bitte Ihren Arbeitsalltag. An welchen Projekten arbeiten Sie und welche Aufgaben schätzen Sie ganz besonders?
Als Geschäftsführer liegt mein Fokus auf der strategischen Ausrichtung des Unternehmens. Dennoch übernehme ich auch gerne Aufgaben aus dem Tagesgeschäft, wie das Erstellen von Grafiken oder das Programmieren. Diese Tätigkeiten ermöglichen es mir, nah an der technischen Entwicklung zu bleiben. Gerade im IT-Bereich ist es wichtig, aktuelle Entwicklungen zu verfolgen, um fundierte Entscheidungen treffen zu können.


Welche Erfahrungen aus Ihrem Studium an der HNU haben sich im Berufsleben als wertvoll erwiesen?
Die theoretischen Grundlagen, die ich im Studium in der Tiefe gelernt habe, sind noch heute in meinem Berufsleben sehr wichtig. Zum Beispiel zu wissen, wie das grundsätzlich mit den Einsen und Nullen funktioniert hilft mir noch heute neue Technik zu verstehen und einzuordnen.


Wie würden Sie folgenden Satzanfang vervollständigen?
Die HNU... „war für mich ein Motivator und Weichensteller und zugleich das Bindeglied zwischen Technik und Unternehmertum.“