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Sarah Lehmann

Portrait von Sarah Lehmann.

Studiengang: Informationsmanagement und Unternehmenskommunikation (B.A.) (öffnet neues Fenster)

Arbeitgeber: vialytics GmbH

Position: Senior Director Marketing Global

Kontaktaufnahme: LinkedIn-Profil (öffnet neues Fenster)


Aus welchen Gründen haben Sie sich für ein Studium an der HNU entschieden?
Nach dem Abitur war für mich klar: Ich möchte in der Nähe meines Elternhauses bleiben und mich gleichzeitig beruflich orientieren. Naturwissenschaften habe ich für mich ausgeschlossen, also habe ich gezielt nach Studiengängen gesucht, die Kommunikation und Management miteinander verbinden. So bin ich auf Informationsmanagement und Unternehmenskommunikation (IMUK) an der HNU gestoßen. Der Studiengang hat mich direkt angesprochen, weil er vielfältige Inhalte bietet und ideal für jemanden ist, der sich vielleicht noch nicht ganz festlegen kann oder möchte. Gerade diese Mischung aus verschiedenen Bereichen fand ich spannend: Man bekommt Einblicke in viele Themen und kann für sich herausfinden, was einem besonders liegt. Zusätzlich hat es mich gereizt, dass ich in meinem Umfeld die Erste war, die an der HNU studiert hat – das war für mich auch ein Ansporn, einen neuen Weg einzuschlagen.


Welche Tipps können Sie jungen Menschen geben, die auf der Suche nach dem passenden Studiengang sind?
Ich würde jungen Menschen vor allem mitgeben: Man muss nicht von Anfang an zu 100 % die richtige Wahl treffen. Nach dem Abitur startet man oft noch sehr jung ins Studium und kann schlicht noch nicht genau wissen, welcher Weg der richtige ist. Das zeigt sich meist erst mit der Zeit. Wichtig ist, dass man ein paar Anhaltspunkte hat, was einen interessiert, und sich dann offen auf das Abenteuer Studium einlässt. Schon nach dem ersten Semester merkt man oft: Fühlt sich das für mich richtig an? Manchmal kommt diese Erkenntnis aber auch erst später im Studium. Manche spüren schnell: Genau das ist es, weil der Studiengang viele Facetten bietet, in denen man sich weiterentwickeln kann. Andere merken vielleicht erst nach einer Weile, dass sie sich doch noch einmal umorientieren möchten. Deshalb mein Tipp: Fokussiere dich auf ein bis zwei Themen oder Bereiche, bei denen du ein gutes Gefühl hast, und lass den Rest auf dich zukommen. Ehrlichkeit mit sich selbst ist dabei entscheidend. Sich immer wieder zu fragen: Ist das wirklich etwas, was ich später machen möchte? Wenn die Antwort darauf überwiegend „Ja“ lautet, ist man auf einem guten Weg. Und wenn nicht, ist es auch völlig in Ordnung, den Kurs noch einmal zu ändern.


Welche Erfahrungen im Studium haben Sie besonders geprägt?
Es sind tatsächlich unglaublich viele Eindrücke, die mich im Studium geprägt haben. Ein Studium ist einfach etwas ganz anderes als die Schulzeit. Selbst wenn man sich nach dem Abitur schon sehr erwachsen fühlt, merkt man schnell: An der Hochschule läuft vieles anders. Ich war zu Beginn ehrlich gesagt ziemlich überfordert. Plötzlich ist man komplett selbst verantwortlich – dafür, sich in den Abläufen zurechtzufinden, die passenden Kurse zu wählen, sich für Prüfungen anzumelden oder Projektarbeiten zu organisieren. All das sind Dinge, auf die man in der Schule nicht wirklich vorbereitet wird. Trotzdem überwiegen für mich klar die positiven Erfahrungen. Gerade der Studiengang IMUK war für mich genau richtig, weil er so vielfältig ist und viele Möglichkeiten bietet, sich individuell weiterzuentwickeln. Ob durch die Wahlpflichtfächer, die praxisnahen Projekte oder das integrierte Praktikum – ich konnte mich in ganz unterschiedlichen Bereichen ausprobieren. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir außerdem der Trip nach Malaysia mit der Fakultät, die intensiven Projektarbeiten, bei denen man als Team richtig zusammengewachsen ist, oder die Lernphasen in der Bibliothek vor den Klausuren. Und natürlich auch die legendären HNU-Partys, die einfach dazugehörten. Rückblickend bin ich sehr froh über diese bunte Mischung an Erfahrungen – sie haben mich bis heute geprägt, und ich möchte keine davon missen.


Anstrengend oder kinderleicht: Wie sah Ihr Praxissemester aus und welche Aufgaben haben Sie übernommen?
Ganz klar: Es war anstrengend. Da braucht man nicht drum herumzureden. Im Studium hat man trotz aller Lernphasen und getakteten Vorlesungspläne doch immer wieder Freiräume. Im Praxissemester ändert sich das schlagartig. Für mich kam noch dazu, dass es im Sommer stattfand – während andere Studierende die Freistunden vielleicht genießen konnten, habe ich Vollzeit gearbeitet. Dieser Wechsel in die Arbeitswelt war herausfordernder, als ich es im Vorfeld erwartet hatte. Man ist plötzlich viel mehr gefordert, übernimmt Verantwortung und bekommt sehr viel neuen Input. Ich war ehrlich gesagt oft einfach richtig müde am Abend. :D Rückblickend kann ich aber sagen, dass ich viel Glück mit meinem Praktikumsplatz hatte. Ich war bei der Wieland AG im Donautal im Bereich Marketing und CRM. Zusammen mit einem Kommilitonen durfte ich dort ein halbes Jahr lang das CRM-Team unterstützen. Unsere Aufgaben waren vielfältig: Wir haben unter anderem Schulungen für den Wieland-Vertrieb koordiniert und durchgeführt. Das bedeutete, dass wir uns intensiv in das CRM-System und alle damit verbundenen Prozesse einarbeiten mussten – von der Projektplanung über das Anforderungsmanagement bis hin zur internen Kommunikation. Diese Mischung aus Praxisnähe, Verantwortung und Teamarbeit war für mich eine sehr wertvolle Erfahrung, für die ich bis heute dankbar bin.


Wie lautet Ihr Ratschlag an alle Absolvent/innen, die auf der Suche nach ihrer ersten Arbeitsstelle sind?
Mein wichtigster Ratschlag: Fangt rechtzeitig an und nehmt den Druck raus, direkt den perfekten Job finden zu müssen. Ich habe damals den Aufwand und die Dynamik auf dem Arbeitsmarkt etwas unterschätzt und mit der Jobsuche zu spät begonnen. Gerade im letzten Semester ist man oft stark mit der Bachelorarbeit, der Verteidigung und eventuell noch Prüfungen beschäftigt. Trotzdem lohnt es sich, parallel schon zu überlegen, in welche Richtung es danach gehen soll. Hilfreich ist es, sich zu fragen: In welchem Bereich habe ich mich im Studium besonders wohlgefühlt? Gab es Projektarbeiten, bei denen ich eine bestimmte Rolle eingenommen habe, die mir besonders lag? Oder hat mir mein Praktikum gezeigt, ob ich mich eher in einem Konzern, in einem mittelständischen Unternehmen oder in einem Startup sehe? Auch Überlegungen wie: Möchte ich in meiner bisherigen Stadt bleiben oder zieht es mich vielleicht ins Ausland? helfen dabei, die Suche zu fokussieren. Was viele nicht direkt erwarten: Der Arbeitsmarkt kann ziemlich fordernd sein. Oft wird selbst bei Einstiegspositionen schon viel an Erfahrung vorausgesetzt, was natürlich nicht immer realistisch ist. Deshalb: Lasst euch davon nicht entmutigen. Sucht euch ein oder zwei Bereiche aus, in denen ihr euch gut vorstellen könnt zu starten, und verlasst euch auf euer Bauchgefühl. Es ist überhaupt nicht entscheidend, ob ihr fünf Jahre beim ersten Arbeitgeber bleibt. Wichtiger ist, dass ihr euch wohlfühlt und euch in der neuen Umgebung entwickeln könnt. Ein praktischer Tipp: Meldet euch zu Job-Newslettern an oder schaut regelmäßig auf Karriereplattformen vorbei. Und je konkreter eure Vorstellung vom zukünftigen Job ist, desto leichter wird es, gezielt zu suchen und die passenden Stellen zu finden.


Welche beruflichen Ziele verfolgen Sie für Ihre Zukunft?
Ich habe es tatsächlich geschafft, mich innerhalb von zehn Jahren vom Junior Marketing Manager bis zur Senior Director Global Marketing weiterzuentwickeln. Heute habe ich die Position erreicht, die ich mir schon zu Studienzeiten als Ziel gesetzt hatte. Darauf bin ich sehr stolz. Für die Zukunft stehen für mich vor allem zwei Dinge im Fokus: Zum einen möchte ich mich in meiner Führungsrolle weiterentwickeln. Ich sehe mich selbst als jemanden, der eher im Sinne eines Coaches führt – das funktioniert gut, aber ich bin überzeugt, dass ich an meinen Soft Skills und meiner Wirkung gegenüber anderen Abteilungen oder auf höherer Unternehmensebene noch weiter wachsen kann. Zum anderen reizt es mich, irgendwann noch einmal den nächsten Schritt zu gehen – beispielsweise auf C-Level-Ebene als Chief Marketing Officer. Auch eine Tätigkeit als Consultant könnte ich mir gut vorstellen: Andere Unternehmen oder Teams dabei zu unterstützen, Marketing international und strategisch aufzubauen und umzusetzen. Gerade die Vielfalt und die Dynamik, die der Bereich Marketing bietet, motivieren mich immer wieder, neue Ziele zu definieren und daran zu arbeiten.


Wie würden Sie folgenden Satzanfang vervollständigen?
Die HNU…  "war für mich ein großartiger Ort, um zu wachsen und aufzublühen – sie hat mich zu der Person gemacht, die ich heute bin."